Mercedes jagt das nächste italienische genie: niccolò perico, 11 jahre alt, bereits im junior-programm

Stuttgart. In der Boxengasse von Mercedes hämmert ein neuer Puls. Niccolò Perico, elf Jahre jung, tritt in die Fußstapfen von Kimi Antonelliund könnte noch schneller sein. Die Schwaben haben den Kart-Phenomen aus Alzano Lombardo soeben ins Junior-Programm gelotst. Ein Deal, der schon 2026 die Silberpfeile beben lassen könnte.

Warum toto wolff sich persönlich dem jungen annimmt

Nach der Unterschrift haben wir Zeit miteinander verbracht, einfach um uns kennenzulernen“, sagt Perico. Er spricht, als würde er über Hausaufgaben reden, nicht über ein Gespräch mit dem mächtigsten Mann im Formel-1-Zirkus. Dass er nebenbei mit Wolffs Sohn Jack nun auf der Strecke rast und ihm Tipps gibt, verschärft nur die Vorstellung: Ein Schüler coacht den Sohn seines Chefs.

Die Zahlen sind brutal. Drei Finalsiege in Serie bei der WSK Super Master Series, Vorsprünge von zwei, drei Sekunden – das ist keine Kindergeburtstagsparty, das ist ein Blitzkrieg gegen die Konkurrenz. KR Motorsport, sein Team, musste bei La Conca schon Reifen wechseln, weil der Junge sie glatt gefahren hatte.

Hamilton-fan, jetzt verstappen-jünger – und das mit stil

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„Ich habe Hamilton angefeuert, bevor er zu Ferrari ging. Jetzt bewundere ich Verstappen für seine Aggressivität.“ Keine gewählte Antwort, sondern eine Kampfansage. Sein Spitzname „Nik dangerous“ klingt nach Marketing, ist aber reine Biologie: Perico heißt mit zweitem Vornamen Niklaus. Gefährlich wird er erst auf Asphalt.

Gwen Lagrue, Mercedes-Scouting-Gott, nannte das Debüt „nichts weniger als außergewöhnlich“. In der Branche heißt das: Wer bei Lagrue glänzt, bekommt irgendwann einen echten Silberpfeil mit Hybrid-Unit statt Zweitakt-Böller.

Der Vater? Rallye-As Alessandro Perico. Die DNA ist ein Spagat zwischen Gravel und Asphalt. Doch Niccolò wählte Karts statt Staub. „Die Formel 1 ist der Traum, aber die Straße ist noch lang“, sagt er. Klingt bescheiden. Ist Realismus. Denn selbst wenn Mercedes alles richtig macht, braucht er vier, fünf Jahre, bis er in Monza debütiert.

Die italienische Presse feiert schon den „neuen Antonelli“. Die Tatsache, dass Mercedes zwei Italiener im eigenen Nachwuchsstall hält, ist ein Machtdemonstration. Ferrari schaut auf die Uhr. Die Uhr schlägt zwölf – und ein elfjähriger Junge aus der Provinz Bergamo lacht.