Mensik schlägt zverev: der youngster auf dem weg zum durchbruch?

Paris – Ein Name, der in der Tenniswelt immer öfter fällt: Jakub Mensik. Der 20-jährige Tscheche hat sich sensationell ins Halbfinale der French Open gespielt und Alexander Zverev in der Vorschau auf den Freitag-Duell in den Schatten gestellt. Doch wer ist dieser überraschende Herausforderer und was macht ihn so besonders?

Der kramp und die rückkehr des kämpfers

Das Viertelfinale gegen Joao Fonseca war ein Spiegelbild von Mensiks gesamter bisherigen Turnierleistung: Ein Kampf, ein Drama, ein Überlebenskampf. Die Bilder von Mensik, wie er nach dem gewonnenen Matchball minutenlang am Boden lag, krampfhaft nach Luft schnappend, gingen um die Welt. Diese Szene fasst nicht nur seine körperliche Erschöpfung zusammen, sondern auch seinen unbändigen Willen, sich durchzubeißen. Er klagte über die „verrückten“ Bedingungen und die Hitze, doch er gab nicht auf. Und das ist es, was ihn auszeichnet.

Mehr als nur talent: die tschechische schule

Mehr als nur talent: die tschechische schule

Mensik ist kein reiner Talentierte, der von der Konkurrenz überrollt wird. Er ist ein Kämpfer, der seine Stärken kennt und diese gezielt einsetzt. Seine Grundschläge sind textbookmäßig, sein Aufschlag ist eine Waffe. Doch was ihn wirklich auszeichnet, ist seine Rückhand – eine Ausbildung im Geiste der traditionsreichen tschechischen Tennisschule. „Viele Profis vor mir aus Tschechien hatten eine gute Rückhand“, so Mensik selbst. Und er nutzt diese Stärke konsequent aus.

Der mann, der djokovic ärgerte und zverev bezwang

Der mann, der djokovic ärgerte und zverev bezwang

Sein Durchbruch kam bereits im vergangenen Jahr in Miami, wo er Novak Djokovic in einem dramatischen Finale bezwingen konnte. Ein Sieg, der die Tenniswelt überraschte und Mensiks Potenzial offenlegte. Auch in Doha dieses Jahr besiegte er Jannik Sinner, eine von nur drei Niederlagen des Südtirolers in diesem Jahr. Das zeigt: Mensik hat die Qualität, die ganz Großen herauszufordern und zu schlagen.

Die schattenseiten: verletzungen und fehlende konstanz

Die schattenseiten: verletzungen und fehlende konstanz

Trotz seiner Erfolge hat Mensiks Saison bisher nicht immer reibungslos verlaufen. Eine Infektion am großen Zeh zwang ihn zu einer Absage in Monte Carlo, ein Virus zu weiteren Pausen. Seine Bilanz vor den French Open war daher eher durchwachsen. Doch in Paris scheint er seine Form gefunden zu haben und seine Verletzungen vergessen zu haben – zumindest vorerst. Bei der Pressekonferenz nach dem Halbfinaleinzug musste er kurz schmerzverzerrt reagieren, als er eine Frage beantwortete. Ein kleiner Muskelkrampf, wie er betonte. Die Frage ist, ob er bis Freitag ausreichend erholt ist.

Das duell mit zverev: ein kampf auf augenhöhe?

Das duell mit zverev: ein kampf auf augenhöhe?

Das Halbfinale gegen Alexander Zverev wird eine Zerreißprobe. Zverev ist der Favorit, doch Mensik hat bereits bewiesen, dass er den Deutschen schlagen kann – zumindest in Madrid. Beide Spieler verfügen über einen starken Aufschlag und eine starke Rückhand. Für Zverev wird es entscheidend sein, seine Stabilität zu zeigen, seine Routine zu spielen. Doch Mensik wird alles daran setzen, das Spiel zu seinen Gunsten zu beeinflussen, die Punkte zu verkürzen und Zverev aus dem Rhythmus zu bringen. Die Uhr tickt für Zverev, der Tscheche ist auf dem Vormarsch.