Sochan: von san antonio nach new york – ein nba-finale-unikat!

Jeremy Sochan, ein Name, der in dieser NBA-Saison für Gesprächsstoff sorgt. Der aus Oklahoma stammende, aber polnische Nationalität tragende Spieler hat eine fast schon unglaubliche Leistung vollbracht: Er ist erst der vierte Spieler in der Geschichte der Liga, der in derselben Saison für zwei Teams gespielt hat, die es bis in die NBA-Finals geschafft haben. Ein Glücksfall oder das Ergebnis von außergewöhnlicher Vorbereitung?

Ein ungewöhnlicher saisonverlauf

Ein ungewöhnlicher saisonverlauf

Sochans Reise begann bei den San Antonio Spurs, wo er in den vergangenen anderthalb Jahren sein Handwerk verfeinerte. Doch am 11. Februar kam es zur überraschenden Einigung über eine Vertragsauflösung. Nur einen Tag später unterschrieb er einen Vertrag bei den New York Knicks und fand sich plötzlich im Rennen um den Einzug in die Finals wieder. Die Reise war also alles andere als geradlinig und demonstriert seine Anpassungsfähigkeit.

Im System von Mike Brown ist Sochan jedoch keine tragende Säule. In den Eastern Conference Finals gegen die Cleveland Cavaliers sah man ihn nicht einmal ein paar Sekunden auf dem Feld. Selbst in den sogenannten „Garbage Time“-Minuten, in denen die Entscheidung bereits gefallen ist, blieb er auf der Bank. Ob er überhaupt Einsatzzeit in den NBA-Finals sehen wird, bleibt abzuwarten.

Die Frage nach dem Ring

Selbst wenn Sochan keine entscheidende Rolle spielt, darf er sich dennoch als NBA-Champion fühlen. Doch ein Schatten liegt über diesem potenziellen Triumph: Wenn die Spurs die Finals gewinnen sollten, ist unklar, ob sie Sochan mit einem Ring auszeichnen werden. Traditionell entscheiden die Teams selbst, ob Spieler, die nicht mehr Teil des Kaders sind, einen Meisterring erhalten. Ein fragwürdiges Konstrukt, wenn man bedenkt, dass Sochan einen wichtigen Beitrag zum Teamleben geleistet hat, auch wenn seine Einsatzzeit begrenzt war.

Sochan bestritt 28 Spiele für die Spurs mit einem Durchschnitt von 4,1 Punkten pro Spiel und 16 Spiele für die Knicks mit 2,8 Punkten pro Spiel. Genug, um als Mitglied beider Teams zu gelten, ohne einen Zwischenstopp bei einem anderen Verein.

Er reiht sich damit in eine exklusive Liste ein, die bereits Anderson Varejao (2015-2016), Dion Waiters (2019-2020) und Torrey Craig (2020-21) zählte – wobei Varejao der einzige ist, dem sein damaliger Verein den Ring verweigerte. Die Geschichte lehrt uns, dass die Vergabe von Meisterringen nicht immer einwandfrei ist.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob Sochan mit den Knicks den Titel holt oder ob er von den Spurs für seine Zeit dort gewürdigt wird. Eines ist sicher: Seine Saison ist bereits jetzt bemerkenswert und wird in die NBA-Geschichtsbücher eingehen. Eine Leistung, die weit mehr wert ist als nur ein paar Punkte auf dem Konto.