Meillard zerstört das slalom-trauma – 0,67 sekunden herrscht er vor dem finale

Ein Schlag vor dem letzten Tanz: Loïc Meillard jagt mit einer 0,67-Sekunden-Führung durch die erste Slalom-Runde des Weltcup-Finals und lässt die kleine Kristallkugel-Kandidaten zappeln. Der 26-Jährige, in dieser Saison oft früh gestolpert, schickt sich an, ausgerechnet in Saalfelden sein Meisterstück zu liefern.

Die Startnummer 7 wurde zur Waffe. Meillard fuhr nicht einfach schnell – er fuhr weg. Timon Haugan, norwegischer Spitzenmann, büßte 0,79 Sekunden ein und klang nach dem Ziel wie ein Schüler, der die Abschlusspraxis verpennt hat: „Ich habe alles rausgeholt, aber da war einfach nichts zu holen.“

Kristoffensen jubelt halb, rechnet hart

Henrik Kristoffersen steht als Zweiter auf dem Podest-Rang, weiß aber: Selbst ein Sieg reicht nicht. 99 Punkte Rückstand auf Atle Lie McGrath – das ist Mathematik für Statistiker. McGrath selbst patzte nicht. Mit 1,65 Sekunden Rückstand auf Meillard, aber 41 Punkten Vorsprung im Klassement, kann er morgen nur noch einen Ausfall vertragen, sonst bleibt die Kugel in Norwegen liegen.

Lucas Braathen (+1,15) und Clement Noël (+1,03) lauern direkt dahinter. Drei Zehntel trennen Platz vier von Platz zwei – ein Hauch, der über Sieg und Saison-Niederlage entscheidet.

Schweizer trio zwischen hoffen und jammern

Schweizer trio zwischen hoffen und jammern

Tanguy Nef verpasste den Anschluss schon nach zwölf Toren, verlor am Ende 2,09 Sekunden und landete auf Rang neun – knapp, aber nicht knallhart. Daniel Yule, früher Slalom-Enfant terrible, rutschte mit Startnummer 30 ins Mittelfeld und wird als 19. wohl die Punkte verpassen. Giuliano Fux, frisch gebackener Junioren-Weltmeister, kam, sah und klickte sich nach 23 Zwischenzeilen aus dem Rennen. Debüt und Abriss in einem Lauf.

Morgen um 11.30 Uhr folgt der zweite Durchgang. Dann entscheidet sich, ob Meillard seine Saison-Story umschreibt – oder ob McGrath die Kugel kassiert, ohne sie wirklich zu berühren. Die Zahlen stehen, die Pisten sind frisch präpariert, die Nerven blank. Saalfelden liefert das Finale, das diese Saison versprochen hatte: offen, ruppig, unversöhnlich.