Meillard donnert sich in hafjell auf rang eins – mcgrath lacht über jugendfreund braathen

Loïc Meillard spült beim Slalom-Finale in Hafjell wie ein Jugendlicher die Piste hinunter, sticht Atle Lie McGrath um 0,67 Sekunden aus und schickt der Schweiz einen Sechser im Lotto: Die kleine Kristallkugel bleibt offen, der Norweger muss nur noch halbwegs nachkommen.

„Locker sein“ reicht – meillard profitiert von startnummer und kurssetzung

Im Ziel sprudelt der 26-Jährige vor Selbstvertrauen. „Ich wollte einfach Ski fahren zeigen“, sagt er ins SRF-Mikro, als hätte er seinen Eltern den ersten Führerschein präsentiert. Die Startnummer 3 war ein Geschenk: Pulverschnee, keine Furchen, kein Gedränge. Sein Trainer hatte die idealste Linie gezimmert – und Meillard schliff sie blank. Die Konkurrenz schaut auf die Uhr und weiß: So schnell war heute keiner.

Die Konstellation ist selten. Meillard führt, McGrath liegt als Sechster gerade noch auf Kurs für die Slalom-Weltcup-Kugel. Dahinter lauern Lucas Pinheiro Braathen, Clément Noël und Henrik Kristoffersen – ein Trio, das selbst im Frühling nicht locker wird.

Mcgrath kämpft wie damals im skiclub – und lacht sich schlapp

Mcgrath kämpft wie damals im skiclub – und lacht sich schlapp

Atle Lie McGrath stapft ins Interview, Schnee klebt an der Helmöffnung. „Jedes Tor war ein Kampf“, sagt er, „die Piste ist lang, der Schnee schwer.“ Dann plaudert er aus dem Nähkästchen: Der Zweikampf um die Kugel mit Jugendfreund Braathen sei „wie mit zwölf Jahren im Skiclub“. Gleiche Blicke, gleiches Grinsen. „Cool“, findet er, „wir machen das seit der U12.“

Die Rechnung ist dennoch brutal einfach: Bleibt McGrath in Lauf zwei unter den ersten Drei, kann ihn selbst Braathen nicht mehr stoßen. Die Norweger Experience gegen die Schweizer Attacke – das Duell zieht sich durch den Winter wie ein roter Faden.

Für Meillard geht es hingegen uim Prestige. Er will beweisen, dass der Slalom kein exklusives Revier der Norweger und Franzosen ist. Die 0,67 Sekunden sind ein Vorsprung, der auch Psychologie transportiert: Wer so ins Ziel rast, dem traut man den zweiten Durchgang zu.

Die Stimmung in Hafjell erinnert an ein Open-Air, bevor der Headliner kommt. Die Zuschauer wissen: Jetzt oder nie. Die Saison endet mit einem Kracher, nicht mit einem Flüstern. Wer die Kristallkugel hebt, trägt sie direkt ins Sommerlager – als Trophäe und als Verpflichtung zugleich.