Mcenroe kritisiert strafe für vallejo: „absurd!“
Paris – Der Aufschrei nach Daniel Vallejos sexistischen Äußerungen bei den French Open ist ungebrochen. John McEnroe, tennislegendenärer US-Amerikaner, hält die Verhängung einer Geldstrafe in Höhe von 65.000 Dollar für den paraguayischen Spieler für „absurd“ und schlägt eine deutlich geringere Summe vor. Die Kontroverse überschattet das prestigeträchtige Turnier.

Die verhältnismäßigkeit steht in frage
Vallejo hatte nach seiner Zweitrundenniederlage gegen den französischen Shootingstar Moïse Kouamé eine brasilianische Schiedsrichterin mit inakzeptablen und sexistischen Äußerungen attackiert. Seine Aussage, eine Frau sei nicht in der Lage, ein Spiel zu leiten, löste sofortige Empörung aus. Die Veranstalter der French Open reagierten mit einer Strafe von 55.000 Euro, was über 40 Prozent von Vallejos Preisgeld in Paris ausmacht. McEnroe, der bei TNT Sports zu Wort kam, sieht hier eine deutliche Fehleinschätzung.
„65.000 Dollar für etwas Dummes, das man sagt? Das erscheint mir absurd“, kommentierte der siebenfache Grand-Slam-Sieger. Er argumentiert, dass Vallejo, der aktuell auf Platz 71 der Weltrangliste rangiert, finanziell nicht in der Lage sei, eine solche Strafe zu tragen. „Dieser Typ verdient nicht so viel Geld. Dass er sich so verhält, zeigt, dass er offensichtlich nicht ganz bei Verstand ist, aber das ist eine saftige Strafe“, so McEnroe.
Der ehemalige Weltranglistenerste schlägt stattdessen eine Strafe zwischen 5.000 und 10.000 US-Dollar vor, um eine übermäßige finanzielle Belastung zu vermeiden. Er räumte zwar ein, dass Vallejos Aussagen inakzeptabel seien, betonte aber auch, dass Englisch nicht seine Muttersprache sei und er daher möglicherweise missverstanden wurde. „Es ist seine Zweitsprache. Englisch ist nicht seine Muttersprache. Er spricht Spanisch. Man muss dem Kerl ein bisschen Nachsicht entgegenbringen“, erklärte McEnroe.
Amélie Mauresmo, Turnierdirektorin der French Open, ließ wenig Zweifel daran, dass Vallejos Äußerungen nicht toleriert werden. „Seine Aussagen sind nicht akzeptabel“, erklärte sie.
Die Kontroverse um Vallejo lenkt jedoch von den sportlichen Leistungen ab. Während Kouamé mit seinem Aufstieg die Tenniswelt begeistert, steht Zverev unter enormem Druck, endlich einen Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Die Frage ist, ob er den Erwartungen gerecht werden kann. Der Druck der Öffentlichkeit und der Medien lastet schwer auf seinen Schultern, und ein Scheitern würde seinen Ruf weiter beschädigen.
Die French Open 2026 werden so zu einem Turnier voller Dramatik – nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon. Die Debatte um Respekt, Toleranz und angemessene Strafen wird weitergehen, während die Spieler um die begehrten Titel kämpfen.
