Mbappé wird zum staatsfeind: madrids sieg trotzt dem eigenen superstar

3:2 gegen Atlético, vier Punkte hinter Barcelona – und trotzdem steht Kylian Mbappé am Pranger. Die Hauptstadt feiert den Derbi-Sieg nur halb, weil der teuerste Mann der Galácticos beim Stand von 2:1 eingewechselt wurde und … nichts bewegte. Kein Sprint, kein Dribbling, kein Torbeteiligung. Die Rede ist nicht von statistischen Lücken, sondern von einer Leere, die die ganze Stadt spürt.

Arbeloa riskierte fast die meisterschaft – mit seinem eigenen millionenmann

Der Moment, der alles auslöste, war harmlos: 63. Minute, Einwechslung Mbappé. Doch Josep Pedrerol, Stimme von El Chiringuito, schrie ins Studio: „Arbeloa hätte die Liga fast verschenkt, weil er Mbappé bringt.“ Die Pointe: Mit neun Feldspielern wegen Valverdes Roter Karte musste Real die letzten Minuten in Unterzahl überstehen. Statt Feuer kam Funkenflug – gegen den Weltstar.

Die Zahlen sind gnadenlos. Laut Opta berührte Mbappé in 27 Minuten nur zwölf Mal den Ball. Kein Torschuss, kein erfolgreiches Pressing, Laufdistanz unter Teamdurchschnitt. Die AS druckte neben dem Foto seiner Hände-in-die-Hüften-Pose die Headline: „Kylian, das reicht nicht für 180 Millionen.“

Radio-reporter: „er drückt sich wie immer“

Radio-reporter: „er drückt sich wie immer“

Carrusel Deportivo schickte seine Reporter ins Mixed-Zone-Feuer: „Wenn ich ihn anschaue, rennt er nur, wenn der Ball vor ihm liegt. Sonst wartet er.“ Die Metapher vom Sprinter, der nur bei Rückenwind startet, machte die Runde. Die Fans skandierten nach Abpfiff nicht seinen Namen, sondern Vini Jr. – der echte Matchwinner.

Trainer Álvaro Arbeloa nahm die Kugel auf sich: „Kylian wird Spielminuten in der Nationalmannschaft sammeln und zurückkommen.“ Ein Satz, der mehr Fragen offenlässt als er beantwortet. Warum braucht ein 27-Jähriger Ersatzrhythmus, wenn die Saison auf dem Messer liegt?

Die équipe tricolore rettet ihn vor madrid – vorübergehend

Die équipe tricolore rettet ihn vor madrid – vorübergehend

Flucht nach vorn: In den USA wartet Länderspiel-Glanz gegen Brasilien und Kolumbien. Das Camp der Bleus ist ein Safe Space, wo Mbappé noch Captain ist und keine Marca-Frontseite ihn jagt. Doch am 2. April steht das Clásico an. Wenn er dann wieder nur „drückt“, wird Pedrerol nicht der Einzige sein, der die Meisterschaft schon abgeschrieben hätte.

Real Madrid zittert sich mit vier Punkte Rückstand Richtung Saisonendspurt. Die Königlichen haben acht Spiele, um die Katalanen zu jagen. Ohne Biss von ihrem teuersten Joker wird das ein Kraftakt – und kein Königlicher will im Mai erklären, dass man die Titel wegen einer Einstellung verspielt hat, die man hätte kaufen können, aber nicht erzwingen.