Mazet kehrt zurück: frankreichs biathlon bekommt seinen gold-macher zurück
Siegfried Mazet hat es selbst gesagt, noch bevor sein neuer Arbeitgeber die Tuschfeuertaste drückt. „Ich kehre zur französischen Nationalmannschaft zurück“, verkündete der 48-jährige Schieß-Guru am Rande des Weltcup-Finales in Oslo vor laufender Kamera. Die offizielle Pressemeldung folgt heute, aber die Katze ist aus dem Sack – und sie trägt die Trikolore.
Mazet war von 2008 bis 2016 bereits der heimliche Chef hinter Martin Fourcades fünf Gesamtweltcups in Serie. Dann zog er nach Norwegen, bastelte aus Johannes Thingnes Bø einen Rekordweltmeister und sammelte mit der Skandinavier-Truppe über 40 Goldmedaillen bei WM und Olympia ein. Jetzt, acht Jahre später, kehrt der Magier zurück – und Frankreich biathlon-Deutschland rätselt, wer als Nächstes den Stecker zieht.
Warum der wechsel jetzt perfekten sinn macht
Die Franzosen erlebten ihre schwächste Saison seit Jahren. Kein Einzelsieg der Männer, keine Podestplätze der Frauen, Schieß-Statistiken im unteren Tabellendrittel. Mazet dagegen lieferte in Oslo noch die letzte Schießanalyse für Norwegen, bevor er sich heimlich mit dem französischen Verband abstimmte. Laut L'Équipe unterschreibt er einen Vierjahresvertrag, der ihn offiziell als „Chef du tir“ einsetzt – inoffiziell aber als Co-Trainer mit Vetorecht.
Die Norweger winken ergeben ab. „Ich habe Siegfried in Estland bei einem Treffen gesehen, das die Gerüchte bestätigt“, sagt Johan-Olav Botn zu Verdens Gang. Die Trennung war den Verantwortlichen längst klar, Mazet hatte seinen Ausstieg bereits im Sommer angekündigt. Doch dass er direkt zum alten Rivalen wechselt, hat Seltenheitswert. „Vom besten Team der Welt zum zweitbesten – das ist außergewöhnlich“, kommentiert Mazet selbst mit einem schiefen Grinsen.

Der preis für frankreich: vier jahre, zehn millionen, ein komplett-reset
Die Summe, die der Französische Verband laut Insidern locker macht, liegt bei rund 2,5 Millionen Euro pro Jahr. Dazu kommt ein eigenes Schießlabor in Prémanon und ein Riesenbudget für externe Analysten. Mazet bekommt Quentin Fillon Maillet und Émilien Jacquelin als erste Projekt-Objekte, bei den Frauen soll Justine Braisaz-Bouchet zur neuen Scharfschützin werden. Die alte Garde der Trainer darf bleiben, aber Mazet sitzt künftig im Video-Raum mit – und seine Stimme ist das letzte Wort vor dem Startkommando.
Die Konsequenz für Deutschland: Der DSV muss seine Schieß-Abteilung komplett umbauen, will er 2026 in Antholz nicht erneut leer ausgehen. Mazets Norwegen-Ära endet mit fünf Gesamtweltcups für Bø, drei für Lægreid und 42 Goldmedaillen. Seine Frankreich-Ära beginnt mit null Titeln in Sicht – und dem Druck, sieben Jahre Leerlauf in zwei Wintern zu tilgen.
Der Countdown läuft: Wer in der neuen Saison gegen Frankreich anlegt, trifft auf einen Trainer, der die Schießbahnen besser kennt als die eigenen Schuhsohlen. Für Mazet ist es ein Heimspiel im Auswärtsdress. Für den Rest des Weltcups eine Warnung, die lauter ist als jedes Startfeuer.
