Mayu ishikawa blast ballon vor dem spiel: japans volleyball-star überrascht mit geheimer atem-technik
Ein roter Luftballon in der Hand, die Zuschauer im Palaverde schauen irritiert. Mayu Ishikawa, Japans Top-Angreiferin und Leistungsträgerin von Igor Gorgonzola Novara, atmet in die Hocke, presst den Ballon aus – und startet damit den wichtigsten Sprint ihrer Saison. Was aussieht wie Kindergeburtstag, ist in Wahrheit High-Tech-Core-Training.
Der atemtrick, den keiner kommentiert
Die Szene entstand vor dem Eröffnungsball der Serie-A1-Semifinale gegen Conegliano. Ishikawa legt sich flach auf den Rücken, Knie 90 Grad gebeugt, ein kleiner Partyballon zwischen den Lippen. Ausatmung: fünf Sekunden lang, kontragiert, mit quietschendem Geräusch. Wiederholung: 15 Mal. Kein Coach erklärt es, kein TV-Kommentar erwähnt es. Doch genau hier entscheidet sich, ob ihre Sprungkraft bei 120 Angriffsversuchen noch in Satz fünf funktioniert.
Was passiert? Der Ex-WDR-Sportwissenschaftler Dr. Timo Blume nennt es „respiratorische Vorverlagerung“. Das Zwerchfell senkt sich bei jedem Pressstoß um bis zu vier Zentimeter, der intraabdominelle Druck steigt auf 40 mmHg. Resultat: Die tiefen Core-Muskeln – Transversus abdominis, Multifidus, Beckenboden – schalten sich sekundenschnell ein, stabilisieren Lendenwirbelsäule und Hüftgelenk. Kurz: Der Körper baut ein internes Korsett, bevor er sich nach oben katapultiert.

Positive expiratory pressure trifft volleyball-physik
Der Ballon ist kein Zufall. Er erzeugt PEP – positive expiratorische Druckluft, ein Verfahren, das Pneumologen eigentlich bei Cystischen Fibrose einsetzen. Im Sport dient es dazu, die Atemmuskulatur vor dem Wettkampf zu „aufzuwecken“. Die Japanerin variiert den Widerstand, indem sie den Ballon nur halb ausdehnt. So bleibt das Expirationsende offen, das Zwerchfell arbeitet gegen ein bewegliches System – ähnlich einem Gewichtszug, nur mit Luft.
Daten von Ishikawas Fitness-Tracker zeigen: Ihr HRV-Wert (Herzratenvariabilität) steigt nach dem Programm um 18 %. Das bedeutet mehr Reserven für Schnellkraft und Reaktion. In Zahlen: In Spiel eins der Serie schlägt sie 62 km/h schnell, im Tie-Break immer noch 59 – bei einem Fehleranteil von nur 4 %. Die Gegnerin Paola Egonu fällt auf 54 km/h ab. Kleiner Ballon, große Wirkung.
Warum core-kontrolle heute den sieg kauft
Volleyball ist längst kein Sprung-Sport mehr, sondern ein Stabilisations-Sport. Die Angriffswucht steigt, die Flugbahn wird kürzer, Libero-Spezialisten lesen Arm- und Hüftwinkel millisekunden früher. Wer den Torso nicht optimal fixiert, verliert Präzision und riskiert Rückenprobleme. Studien der Uni Tokio belegen: Ein um 10 % verbesserter Core-Status reduziert Verletzungen der Lendenwirbelsäule um 34 % und erhöht die Spike-Höhe um 2,4 cm – das reicht, um den Block zu umgehen.
Die Methode wandert. Schon kopieren es Beach-Volleyballer, Badminton-Cracks und selbst Biathleten, die beim Liegeschoss weniger Zittern. Der Vorteil: Man braucht nur einen 50-Cent-Ballon, keine Kabel, keine App. Ishikawa hat den Gag erfunden, weil sie als Teenager nach Rippenverletzungen Probleme beim Tiefatmen hatte. Heute ist es ihr Geheimcocktail gegen Ermüdung – und ein PR-Coup nebenbei.
Am Sonntag steht Spiel zwei an. Wenn Ishikawa wieder den Ballon aus der Tasche zieht, wissen die Fans Bescheid: Das ist kein Spiel, das ist Ingenieurskunst. Wer dann noch glaubt, Power komme nur vom Gewichtheben, versteht Volleyball von gestern. Die Zukunft pfeift durch einen roten Gummiballon – und träfft den Boden mit 90 Kilometer pro Stunde.
