Maya chwalinska bricht bei matchball zusammen – wimbledon-drama endet im krankenhaus
Der Rasen von Wimbledon frisst ein weiteres Märchen. Maya Chwalinska, die polnische Sensation von Paris, liegt im Gras, das Gesicht verzerrt, der linke Knöchel demoliert. Ein Matchball, ein Ausrutscher, und alles ist vorbei. Die 24-Jährige verliert gegen die Thailänderin Mananchaya Sawangkaew mit 6:2, 5:7, 2:6 – und hinterlässt ein Bild des puren Schmerzes.
Von der qualifikantin zur verletzten ausgeschiedenen
Vor wenigen Wochen noch stand Chwalinska im Finale der French Open. Als erst zweite Qualifikantin in der Geschichte eines Grand-Slam-Turniers. Sie war mit Rang 114 nach Paris gereist, hatte neun Matches gewonnen, war bis auf Platz 21 der Welt geklettert. Für Wimbledon reichte das nicht. Der Cut-off verpasst, die Wildcard notwendig. Ein Detail, das die Brutalität des Profitennis auf den Punkt bringt.
Gegen Sawangkaew lief alles nach Plan. Der erste Satz souverän, im zweiten bei 5:4 der Matchball. Dann der Moment, der Sportler Albträume bereitet: Chwalinska rutscht aus, das Gewicht bricht ungünstig ab, der Knöchel verdreht sich sichtbar. Sie versucht weiterzuspielen, humpelt über den Platz, schlägt noch zwei Punkte. Die Schmerzen sind zu groß.
Es ist ihr erstes Match seit dem Pariser Finale. Sechs Wochen Pause, und dann das. Die zweite Runde von Wimbledon bleibt für Chwalinska ein verschlossener Raum.

Was dieses aus bedeutet
Die Polin hatte gezeigt, dass sie auf Sand mithalten kann mit den Besten. Auf Rasen aber ist sie eine Touristin. Kein Turnier auf der Oberfläche gewonnen, kaum Erfahrung auf dem schnellen Untergrund. Wimbledon war ein Experiment, das mit einem Krankenhausaufenthalt endet.
Für Sawangkaew ist der Sieg die erste überhaupt im Hauptfeld eines Grand Slams. Die 22-Jährige profitiert von des Gegnerin Unglück, nimmt es aber mit. Im Tennis zählt nur, wer am Ende steht.
Chwalinskas Saison, die so verheißungsvoll begann, droht nun ins Stocken zu geraten. Knöchelverletzungen sind tückisch, der Kalender wartet nicht. Die nächste Grand-Slam-Qualifikation ruft schon im August in New York. Ob sie dann wieder bei 114 oder bei 21 in der Welt steht, wird vom Heilverlauf dieses einen, törichten Schrittes abhängen.
