Max langenhan: zwischen weltcup-triumph und olympia-träumen
- Max langenhan: zwischen weltcup-triumph und olympia-träumen
- Kindheitstraum und der kampf um die fußball-erlaubnis
- Der wechsel zum rodeln – eine frage der action
- Fußball als wichtiger ausgleich
- Oberhof als sportliches zuhause
- Perfektionismus und die suche nach dem perfekten lauf
- Die olympischen spiele in cortina d'ampezzo
- Kritik an der situation in deutschland
Max langenhan: zwischen weltcup-triumph und olympia-träumen
Max Langenhan, der zweimalige Gesamtweltcupsieger im Rennrodeln, steht kurz vor den Olympischen Spielen in Cortina d'Ampezzo. Der Thüringer, der bereits zahlreiche Erfolge gefeiert hat, blickt im Gespräch mit dem kicker über seine hohen Ansprüche an sich selbst, seine Suche nach Erfüllung abseits des Sports und die Herausforderungen, die vor ihm liegen.
Kindheitstraum und der kampf um die fußball-erlaubnis
Schon als Kind war Max Langenhan ein Adrenalin-Junkie. Seine Mutter, selbst ehemalige Turnerin, förderte die sportliche Betätigung seiner Kinder, bevorzugte aber zunächst das Turnen. Der junge Max träumte jedoch vom Fußball, durfte aber lange nicht mitspielen. "Meine Mama fand das nicht cool, was eher am Umfeld als an der Sportart lag," erinnert sich Langenhan schmunzelnd. Dieser anfängliche Kampf um die Fußball-Erlaubnis prägte seine frühe sportliche Entwicklung.

Der wechsel zum rodeln – eine frage der action
Durch seine Schwester kam Max Langenhan zum Rennrodeln. Während seine Mutter ihn vom Fußballtraining abholte, beobachtete er fasziniert die Rodler. "Ich glaube, ich habe schon als Kind Action gebraucht. Da war Rodeln dann genau das Richtige," erklärt er. Die hohen Geschwindigkeiten – bis zu 145 km/h – und der Nervenkitzel faszinierten ihn sofort. Es war der Beginn einer beeindruckenden Karriere.

Fußball als wichtiger ausgleich
Trotz seiner Erfolge im Rennrodeln ist Max Langenhan dem Fußball treu geblieben. Er spielt regelmäßig, wann immer er Zeit findet. "Nur im Rodeln gefangen zu sein, taugt mir nicht. Ich brauche diesen Ausgleichssport, erst recht, weil es ein Mannschaftssport ist," betont er. Der Teamgeist und die soziale Interaktion im Fußball sind für ihn ein wichtiger Kontrast zum Einzelkämpfertum im Rodeln.

Oberhof als sportliches zuhause
Max Langenhan schätzt seine Heimat Oberhof als idealen Trainingsort. Die hervorragende Infrastruktur und die Nähe zu den besten Wintersportanlagen sind für ihn unersetzlich. "Alles, was ich im Sport brauche, finde ich hier auf engstem Raum," sagt er. Die Unterstützung durch das Umfeld und die Verbundenheit mit der Region sind für ihn wichtige Faktoren für seinen Erfolg.

Perfektionismus und die suche nach dem perfekten lauf
Max Langenhan ist ein Perfektionist. Er ist oft unzufrieden, selbst wenn er gewinnt, weil er weiß, dass der Lauf nicht optimal war. "Ich bin dann in einem internen Clinch mit mir selbst, weil ich weiß, dass die Fahrt nicht optimal war," gesteht er. Sein Ziel ist es, perfekte Läufe zu fahren, auch wenn er weiß, dass dies oft unrealistisch ist. Er strebt nach dem Maximum, immer und überall. Er erinnert sich an einen Rat seines Jugendtrainers: "Du möchtest nicht auf eine Endzeit oder Platzierung fahren, das Wichtigste ist, dass du perfekte Läufe fährst."

Die olympischen spiele in cortina d'ampezzo
Vor den Olympischen Spielen in Cortina d'Ampezzo betont Max Langenhan, dass er sich nicht unnötig unter Druck setzen will. Er möchte die Rennen wie jedes Training und jedes andere Rennen angehen. Eine Medaille wäre natürlich schön, aber sein Hauptziel ist es, viermal perfekt den Eiskanal hinunterzufahren. "Wenn ich damit Zehnter werde, bin ich schon zufrieden," sagt er. Er weiß, dass die Pista Olympica Eugenio Monti in Cortina d'Ampezzo eine anspruchsvolle Strecke ist, auf der Fehler teuer bezahlt werden. Die Bahn ist relativ leicht, aber die Bergauf-Passagen erfordern maximale Konzentration und Präzision.
Kritik an der situation in deutschland
Max Langenhan äußert sich enttäuscht über die Situation des Rodelsports in Deutschland. Während in Italien innerhalb von zwei Jahren eine komplett neue Bahn gebaut wurde, dauert der Wiederaufbau der beschädigten Bahn in Berchtesgaden seit fünf Jahren. "Das ist traurig für uns, cool für Italien," kommentiert er. Er kritisiert die mangelnde Unterstützung und die fehlende Dynamik beim Wiederaufbau der deutschen Rodelbahn.
