Martón schießt bautista vom thron und jagt eibar richtung aufstieg
Er kam leise, aber mit jedem Treffer lauter. Jetzt, zwölf Spiele nach seiner Landung auf Ipurua, schießt Javier Martón nicht nur Tore – er schießt sich selbst in die Geschichtsbücher des SD Eibar und warft dabei ausgerechnet Jon Bautista aus der Startformation.
Der Doppelpack gegen Las Palmas war keine Show, sondern Fakt: 10 Liga-Treffer, zwei Pokal-Tore, 63 Prozent seiner Schüsse im Kasten. Kein Stürmer in der kompletten Segunda División trifft häufiger ins Schwarze. Die Konsequenz: Wann immer Martón traf, holte Eibar außer in Gran Canaria auch Punkte – ein lebenswichter Zusammenhang im Aufstiegsrennen.
Die zahl, die bautista nicht mehr schlucken kann
35 Prozent seiner Torschüsse landen im Netz. 28-mal musste Keeper schon eingreifen, nachdem der Ex-Athletic-Profi abzog. Die Zahlen sind so schonungslos wie die Rangfolge im Sturm: Martón spielt, Bautista sitzt. Dabei hatte der Routinier zu Saisonbeginn noch das Zepter in der Hand, doch die eigene Formkrise traf den 29-Jährigen härter als jedes Verteidiger-Tackling.
Martón hingegen jagt Räume mit messerscharfer Aggressivität. Erst nimmt er den Ball mit, dann die Beine der Gegner. Die Fans auf Ipurua spüren es, spätestens seit acht seiner zehn Liga-Treffern vor heimischem Publikum fielen. Nur zweimal musste er auswärts anschreiben – beim Kantersieg in Málaga und eben jenem 2:2 auf Gran Canaria, das inzwischen als Fußnote gilt.
Die Chemie stimmt, das Selbstvertrauen auch. Mit jedem Sieg wächst der Druck auf Bautista, der nach wie vor 90 Minuten braucht, um in Tritt zu kommen. Martón braucht Sekunden. Trainer Joseba Etxeberria verlässt sich auf die kalte Effizienz des 24-Jährigen, die Eibar in der Tabelle auf Aufstiegskurs hält.

Ein sturmduell mit vorbildcharakter
Dahinter steckt mehr als bloß ein Wechsel auf der Hierarchieliste. Martón verkörpert den modernen Angreifer: schnell, direkt, laufstark. Bautista steht stellvertretend für die alte Garde, die Technik und Erfahrung besitzt, aber die Killer-Instinkt-Phase verpasst. Ausgerechnet beim Club, der sich „Armoreros“ nennt, gibt nun ein ehemaliger Athletic-Spieler den Ton an – und das, obwohl er selbst im Sanse in der dritten Liga kaum für Aufsehen sorgte.
Die Bilanz: 44 Schüsse, 28 aufs Tor, zehn Tore. Kein Zweiter in der Segunda kommt auch nur in die Nähe dieses Wandels. Die Fans singen „Martón, Martón“, während Bautista auf der Bank die Daumen drückt und auf den nächsten Einsatz wartet. Dabei ahnt jeder: Solange der Neue trifft, bleibt der alte Held außen vor.
Mit Martón an Bord fliegt Eibar weit über der Relegation hinaus. Die Frage lautet nicht mehr, ob der Stürmer die Saison prägt, sondern wie hoch er die Mannschaft am Ende trägt. Denn wenn er schießt, zittert die komplette Segunda – und das ist kein Gerücht, sondern Statistik.
