Martín kämpft mit aprilia – assen könnte die trendwende bringen

Brünn – Jorge Martín hat beim Großen Preis der Tschechischen Republik ein zwiespältiges Gefühl. Zwar konnte er im Gesamtklassement etwas Boden gutmachen und gab im Rennen alles, doch die Suche nach den verlorenen Gefühlen aus Le Mans gestaltet sich schwieriger als erwartet. Der Spanier kämpft mit seinem Aprilia und scheint die Balance noch nicht gefunden zu haben.

Ein hartes wochenende mit ungewohntem fahrgefühl

Das Wochenende in Brünn war für Martín von Schwierigkeiten geprägt. „Ich habe gemacht, was ich musste, nämlich das Rennen beenden“, erklärte er nach dem Rennen. „Ich habe an diesem Wochenende einfach keine guten Gefühle im Vorderrad gefunden.“ Jede Runde brachte zwar ein wenig mehr Gefühl, doch das Hinterherfahren hinter anderen Fahrern erwies sich als problematisch, insbesondere nach den zwei Strafen wegen des Long Lap Penalty. Die Strafen selbst konnte er zwar minimieren, jedoch kosteten sie ihm wertvolle Positionen, die er mühsam zurückerobern musste.

Die kurze Rennstrecke ließ ihm keine Zeit, um zusätzliche Überholmanöver zu wagen. „Das Rennen war zu kurz für mich, ich hatte nicht genug Zeit, um noch weitere Fahrer zu überholen.“ Ein Blick auf die Moto2-Klasse, wo der junge Ortolá mit einer ähnlichen Strafe überraschte, ließ Martín lächeln, jedoch ohne sich über seine eigenen Strafen zu beklagen.

Die sorge um den rückstand auf die spitze

Die sorge um den rückstand auf die spitze

Doch was Martín wirklich beschäftigt, ist der wachsende Abstand zur Spitze. „Vor zwei, drei Rennen war ich immer im Kampf um den Sieg und das Podium, stand regelmäßig in den Top 10. Jetzt kämpfe ich darum, überhaupt im Qualifying eine Top-10-Zeit zu erreichen, und im besten Fall mache ich heute ein gutes Quartett.“ Er sieht die Notwendigkeit, die Ursachen für diesen Leistungsabfall zu analysieren. Die Punkteanzahl im Klassement spielt für ihn derzeit eine untergeordnete Rolle, da ein Rennwochenende schnell 30 Punkte kosten kann. Entscheidend ist die Geschwindigkeit, und solange er diese nicht besitzt, kann er auch nicht ernsthaft um den Titel kämpfen.

„Ich hoffe, in Assen finde ich etwas mehr von dem Selbstvertrauen zurück, das ich in Montmeló verloren habe“, so Martín. Er blickt auf die Unterstützung seines Teams, das wertvolle Informationen zur Verbesserung liefern kann.

Solidarität und teamgeist in der motogp-familie

Solidarität und teamgeist in der motogp-familie

Der Vorfall mit Bezzecchi und dessen anschließende Strafe kommentierte Martín vorsichtig. „Was gestern passiert ist, kann ich nicht beurteilen, da es im Eifer des Gefechts passiert ist. So etwas kann jedem passieren.“ Er ist jedoch überzeugt, dass solch eine Situation Bezzecchi nicht wieder ereilen wird. Die Reaktion des Aprilia-Teams auf den Vorfall lobte Martín. „Ich hoffe, dass mein Team mich eines Tages genauso unterstützt, wie Aprilia Marco unterstützt hat.“ Die MotoGP-Familie zeige damit einen starken Zusammenhalt und Teamgeist.

Die Saison ist noch lang und es gilt, aus den Erfahrungen zu lernen. Martín blickt nach vorne und hofft, in Assen wieder an die alte Stärke anknüpfen zu können. Die kommenden Rennen werden zeigen, ob er seine verlorene Form wiederfindet und den Kampf um die Weltmeisterschaft neu entfachen kann.