Martín: aprilia-unsicherheit bremst titelkampf

Brünn – Jorge Martín, normalerweise ein Wirbelwind auf der MotoGP-Strecke, wirkte nach dem Sprintrennen in Brünn bedrückt. Trotz eines gewonnenen Kampfes gegen Marco Bezzecchi um Punkte in der Weltmeisterschaft fühlt sich der Pramac-Ducati-Pilot nicht so stark wie zu Beginn der Saison und sucht fieberhaft nach Antworten – insbesondere bei Aprilia.

Die jagd nach konstanz: martins größte herausforderung

Die jagd nach konstanz: martins größte herausforderung

Die fünf Punkte, die Martín Bezzecchi abgerungen hat, beruhigen den Spanier wenig. “Das Ganze mit den 15, 12 oder 20 Punkten kümmert mich aktuell wenig”, betonte er. Stattdessen drückt ihm die wachsende Distanz zu den Ducati-Dominatoren und das Fehlen der bisherigen Geschwindigkeit zu schaffen. “Nach zwei Rennen fehlt mir schlichtweg die Pace, die ich zu Saisonbeginn hatte.” Die Analyse der Ursachen und die Suche nach einer stabilen Basis in Zusammenarbeit mit Aprilia stehen daher ganz oben auf seiner Prioritätenliste.

Martín deutete an, dass die aktuelle Situation Teil eines Prozesses mit der italienischen Marke sei. “Es gibt Unterschiede im Leistungsbereich im Vergleich zu anderen Piloten. Auf manchen Strecken war ich stärker, jetzt komme ich mit Verzögerung an und erreiche das Podest erst am Sonntag. Ich glaube, das gehört zum Prozess mit Aprilia.” Er fühlte sich gezwungen, zu betonen, dass er noch keine solide Grundlage gefunden habe, mit der er das Motorrad zuverlässig einstellen kann. “Wir beginnen an einem Tag mit einer Abstimmung, am nächsten mit einer anderen. Dieses Wochenende soll uns Hinweise geben, wo wir nächste Woche ansetzen müssen.”

Die Strafen lasten schwer – zwei Long-Lap-Penalties aus dem Rennen in Ungarn werden Martín auch in Brünn begleiten. Er schätzt den Zeitverlust auf etwa 3,5 Sekunden pro Rennen, was die Aufgabe zusätzlich erschwert. Trotzdem blickt der junge Spanier optimistisch in die Zukunft. “Ein Top-6-Ergebnis wäre fantastisch, wenn ich etwas mehr Geschwindigkeit finden kann, um mit der Spitzengruppe mitzuhalten.”

Die Euphorie nach dem erfolgreichen Frankreich-Grand Prix, die von einer starken Aufwärtstendenz zeugte, ist verflogen. “Es ist einfacher, aufzusteigen als auf diesem Niveau zu bleiben”, räumte Martín ein. Er ist entschlossen, zu seinem früheren Leistungsniveau zurückzufinden und arbeitet hart daran, die Ursache seiner aktuellen Schwächen zu identifizieren. “Es gibt keine andere Möglichkeit, als hart zu arbeiten und diese Geschwindigkeit zurückzugewinnen.”

Auch der aufstrebende japanische Pilot Ayumu Ogura, ein ernstzunehmender Kandidat für den Titel, wird von Martín respektiert, aber nicht gefürchtet. “Ich interessiere mich wenig für die Namen meiner Gegner. Ich werde gegen jeden kämpfen, egal ob Márquez, Ogura oder wer auch immer es ist.”

Martín lässt sich nicht entmutigen. Die Ziellinie ist noch in weiter Ferne, und die Suche nach der optimalen Abstimmung mit Aprilia geht weiter. Die Weltmeisterschaft ist ein Marathon, kein Sprint – und Martín ist fest entschlossen, ihn bis zum Schluss zu laufen. Die Frage ist nicht, ob er seine Form wiederfindet, sondern wann.