Digne pfeift auf nervosität – frankreichs geheimwaffe trägt villa-farben

Lucas Digne hat keine Sekunde geschlafen. Nicht aus Angst vor dem Irak-Spiel, sondern weil Michael Olise ihn in der Nacht mit Whatsapp-Videos bombardierte – Zauberfuß gegen drei Gegner, Tor aus spitzem Winkel, jubelnder Kollege. „Er ist magisch“, sagt der 30-Jährige und grinst, als hätte er das Ticket zur Show gelöst. „Ein linkes Bein wie geschmolzenes Gold.“

Nicht nur olé, sondern taktik

Digne weiß, dass Trainer Didier Deschamps ihn links bringen könnte, wo Bradley Barcola oder eben Olise vor ihm rasen. „Olise zieht eher ins Zentrum, Barcola bleibt an der Linie – ich passe mich an, beide passen zu mir. Gegensätze, die perfekt harmonieren.“ Der Aston-Villa-Rotte glaubt an die Rotation, weil Frankreich mehr braucht als nur Star-Elf. „Wir haben gegen Spanien bewiesen, dass wir auch den Werkzeugkasten öffnen können.“

Die Erinnerung an Brasilien 2014 schimmert noch nach. „Ich war 20, ein Kind mit Dreads, durfte Patrice Evra Wasser bringen“, lacht er. „Seitdem habe ich alles gewonnen – außer das nächste Turnier. Das soll nachgeholt werden.“

Senegal ist kein testspiel

Senegal ist kein testspiel

Beim Stichwort „Senegal“ verengen sich Dignes Augen. „Die sind nicht der afrikanische Gastgeber, sondern der amtierende Champion von Frankreich. Klingt seltsam, ist aber Fakt.“ Er pfeift an den Fingernägeln. „Respekt heißt hier nicht höflich sein, sondern Gas geben.“

Und weil Fußball eben auch Provokation ist: Die rote Karte gegen Paragay-Star Miguel Almirón findet er konsequent. „Hand vor den Mund? Okay, wenn du Taktik pfeffern willst. Aber wenn du beleidigst, fliegst du raus – Punkt. Kein Platz für Sprüche auf dem Rasen.“

Dembélé bleibt dembélé

Dembélé bleibt dembélé

Über Ousmane Dembélé seine Meinung so klar wie ein Sprint: „Barcelona oder Paris – das ist wie Diesel gegen Benzin. Das Niveau ist identisch, er ist Ballon-d’Or-Kandidat. Die Umgebung muss ihn nur bedienen, dann explodiert er.“

Saliba schließt das kapitel champions-league

In der Kabine nebenan sitzt William Saliba, Kopf noch voller Londoner Final-Tränen. „Ich habe drei Tage geheult, dann kam die Einberufung – und alles war weg“, erzählt der 23-Jährige. „Wir haben mit den Parisern gescherzt, aber das war’s. Champions League ist Vergangenheit, WM ist Jetzt.“

Ob links oder rechts in der Dreierkette – Saliba winkt ab. „Ich bin Rechtsfuß, aber wenn Upamecano links spielt, tauschen wir. Flexibilität ist Trumpf.“ Die Warnung voraus: „Irak hat gegen Spanien gepunktet und Norwegen gequält. Wir brauchen 95 Minuten Konzentration, keine Sekunde Geschenke.“

Beide Abwehrspieler wissen: Ein Sieg gegen Irak schießt Frankreich nicht nur in die K.o.-Phase, sondern auch in die Köpfe der Konkurrenz. Das Ziel steht fest – und es ist nicht die Runde der letzten 16.