Märtens zertrümmert 13 jahre alten rekord und schwimmt direkt nach paris

1:55,85 Minuten – mit diesem Sprint durchs Wasser von Bergen riss Lukas Märtens einen deutschen Rekord nieder, der seit 2012 wie aus Beton schien. Der Magdeburger riss damit nicht nur zwei Hundertstel von Jan-Philip Glanias Bestmarke herunter, er buchte auch sein Ticket für die EM Ende Juli in Paris.

Die sekunde, die 13 jahre dauerte

Glania hatte 1:55,87 als unantastbar betrachtet. Märtens jagte sie seit Jahren, kam schon öfter heran, scheiterte an Fingerkuppen. Jetzt, beim Bergen Swim Festival, traf ihn der Funke. „Ich war schon ein paar Mal knapp dran, jetzt hat es endlich geklappt. Das freut mich natürlich“, sagte er mit dem Lächeln eines Mannes, der weiß, dass er sich selbst Geschichte schreibt.

Der 24-Jährige legte los wie ein Startblock-Geysir. Nach 50 Meter lag er bereits unter Rekordtempo, ließ den Norweg Hvas und den Rest des Feldes stehen. Die letzte Bahn wurde zur Geduldsprobe: Beine brannten, Wasser peitschte, aber der Zielstrich kam näher. Als die Uhr 1:55,85 anzeigte, schlug er nicht nur an, er schlug Geschichte.

Noch zwei rennen, noch zwei möglichkeiten

Noch zwei rennen, noch zwei möglichkeiten

Der Rückenschlag war nur der Auftakt. Märtens bleibt in Norwegen, um über 200 m Freistil anzugreifen – und dann seine Paradestrecke, die 400 m Freistil. Dort ist er Weltklasse, dort winkt die nächste Norm. Josha Salchow lieferte sich unterdessen ein Duell über 100 m Freistil, wurde in 48,49 s Zweiter, bleibt aber hinter der internationalen Spitze.

Die Uhr tickt laut Richtung Paris. Die EM startet am 31. Juli, genau 105 Tage nach diesem Rekordtag. Märtens hat sich selbst ein Denkmal gesetzt – und den Gegnern einen Maßstab. Wer jetzt noch zweifelt, dass er in Paris Medaillen holen kann, schwimmt wohl gegen die Zeit statt mit ihr.