Real madrid siegt im penalty-krimi gegen psg und steht in der youth-league-final
Madrid – Das Santiago Bernabéu war ein Pulverfass, die U19 ein einziges Herz. Der Real Madrid von Trainer Álvaro López hat sich nach 120 Minuten 1:1 und einem 5:4 im Elfmeterschießen gegen Paris Saint-Germain durchgebissen und steht erstmals seit 2020 wieder im Endspiel der UEFA Youth League. Held des Abends: Torhüter Javi Navarro, der gleich drei Schützen aus Paris abwehrte und damit die weiße Wand wieder auferstehen ließ.
Libertos schlenzer und navarros handschuhe – so drehte madrid auf
Die erste Halbzeit war ein Albtraum. PSG presste Madrid aus der eigenen Hälfte, die Blancos fanden kein Mittel gegen die aggressive Viererkette. „Wir waren enttäuscht, desorganisiert, haben uns wie Fremde auf dem Platz gefühlt“, sagte López nach dem Abpfiff. Die Kabine brodelte. „Ich habe den Jungs nur eins gesagt: Glaubt bis zum Schluss, das tut dieser Verein seit 122 Jahren.“
Der Glaube kam in Person von Liberto Beltrán. Der eingewechselte Linksaußen nahm einen abgewehrten Ball volley, traf mit dem zweiten Kontakt ins lange Eck – 1:1 in der 71. Minute, Stadion explodiert. Von da an war nur noch Madrid auf dem Platz. Die Franzosen wankten, verloren jeden zweiten Ball, Navarro parierte selbst noch eine Großchance in der Verlängerung. Dann kam das Glücksspiel vom Punkt.

Elfmeter-drama: navarro liest die schützen wie ein offenes buch
„Wir haben die Szenarien trainiert“, verrät López. Torwart-Coach Nacho hatte jeden PSG-Schützen analysiert, Tendenzen auf Video herausgeschnitten. Navarro ging immer einen Schritt früher, ließ die Pariser zögern. Dreimal. „Das ist keine Magie, das ist harte Arbeit und Nerven aus Stahl“, sagt der 18-Jährige selbst, noch mit Rasenstücken im Haar. Als Güler den fünften Madrider Versen versenkte, rissen die Spieler die Arme hoch – Finale, endlich.

Für lópez ist klar: „noch haben wir nichts gewonnen“
Der Jubel währte Sekunden. López sammelte seine Jungs, drückte sie ab, flüsterte: „Erst mal durchatmen, dann durchbeißen.“ Gegen Club Brügge wartet nun am Montag in Nyon der letzte Gegner. Die Belgier warben sowohl Atlético als auch Dortmund aus dem Turnier. „Brügge ist ein Pressmonster, das nie aufgibt“, warnt López. „Wir werden 48 Stunden regenerieren, dann schauen wir ihnen in die Augen. Diese Mannschaft hat bewiesen: Wenn wir glauben, sind wir unbequem für jeden Gegner.“
Die Zahlen sprechen für Madrid: 23 Tore in sieben K.o.-Spielen, nur einmal in Rückstand geraten – und jetzt die erste Final-Teilnahme seit vier Jahren. Die Jugendakademie La Fábrica liefert wieder Großes, das Signal wirkt bis in die Profi-Kabine. Präsident Florentino Pérez verfolgte das Spiel von der Ehrentribüne, nickte zufrieden. Nächste Station: Nyon. Die U19 will den Pokal, der Klub will das nächste Kapitel seiner europäischen Dominanz.
