Márquez: vom wm-kandidat zum verfolger – was ist los bei ducati?

Alex Márquez steht vor einer Zäsur. Nach einer Saison 2025, in der er als sensationsgeladener Zweitplatzierter der MotoGP die Szene begeisterte, kämpft der Gresini-Pilot 2026 mit einer desastosen Formkrise. Die einst so vielversprechende Ducati GP26 scheint ihm zu entgleiten, und der Abstand zur Spitze wächst bedrohlich.

Die glorreiche saison 2025: ein rückblick

Die glorreiche saison 2025: ein rückblick

Es ist kaum zu glauben, dass es erst ein Jahr her ist, dass Alex Márquez mit beeindruckender Konstanz und drei Siegen in Jerez, Barcelona und Malaysia die MotoGP-Welt in Atem hielt. Seine Erfolge im Sprintrennen in Silverstone, Portimão und Valencia unterstreichen seine Vielseitigkeit. Mit einem unglaublichen Punkteerbe von 467 Zählern galt er als ernstzunehmender Anwärter auf den WM-Titel. Der Wechsel zu Ducati wurde als logischer Schritt gefeiert, doch die Realität sieht anders aus.

Die Desmosedici GP26 entpuppt sich als Problemkind. Im Vergleich zur Aprilia RS-GP fehlt es ihr an Stabilität und Geschwindigkeit. Während Fabio Di Giannantonio auf der roten Maschine immerhin Glanzleistungen zeigt, kämpft Márquez mit dem Fehlen des gewohnten Fahrgefühls. Seine Aussage in Austin, wo er betonte, dass ihm „vielleicht noch 20 %“ fehlen und er sich „noch nicht ganz wohl mit der Maschine fühlt“, spricht Bände.

Die Zahlen untermauern die düstere Lage: 87 Punkte in der Saison 2025 stehen aktuell lediglich 28 Zählern gegenüber. Der einst selbstbewusste Protagonist ist zum blassen Abbild seiner selbst geworden, zu einer Art Randfigur im Ducati-Team. Die Konkurrenz, insbesondere Marco Bezzecchi und Jorge Martín, profitiert von der Situation und feiert Siege, während Márquez ums Überleben kämpft.

„Im Moment fahren sie besser, weil sie gewinnen, nicht wahr?“, räumte Márquez nach dem Grand Prix von Amerika ein. „Letztes Jahr war unser Motor etwas stärker, aber sie konnten uns nicht schlagen. Dieses Jahr hat Aprilia einen Schritt nach vorne gemacht, wir sind irgendwie ins Stocken geraten, und genau da arbeitet Ducati hart daran, etwas zu verbessern. Aber ich vertraue auf Ducati, ich glaube, es wird einen Punkt in der Saison geben, an dem wir einen Qualitätssprung machen können.“

Doch die Geduld der Fans und Experten nimmt schwindende. Die Frage ist, ob Ducati die Probleme mit der GP26 rechtzeitig in den Griff bekommt, bevor Márquez endgültig den Anschluss an die Spitze verliert. Die Erinnerung an seine glorreiche Saison 2025 wirkt wie ein ferner Traum, und die Zukunft des Gresini-Piloten scheint ungewiss. Es bleibt zu hoffen, dass Márquez und Ducati bald den Weg zurück an die Spitze finden.