Márquez: sieg in ungarn unwahrscheinlich – körper gibt noch zu viel zu kämpfen
Marc Márquez hat sich selbst aus den Titelkämpfen in Ungarn verabschiedet. Der MotoGP-Star räumt offen ein, dass sein Körper nach den Verletzungen in Mugello noch nicht bereit für einen Sieg ist. Ein klares Bekenntnis, das die Erwartungen an das Wochenende deutlich dämpft.
Die narben der vergangenheit
Obwohl Márquez in Ungarn weniger Beschwerden verspürt als in Mugello, ist der Schmerz im rechten Fuß und die Einschränkung in der rechten Schulter immer noch präsent. „Ich werde es wie in Mugello angehen“, erklärte Márquez in der DAZN-Sendung und der anschließenden Pressekonferenz. „Es sind nur vier Tage vergangen, und der Körper ist kein Wundersmann. In vier Tagen kann er keine Wunder vollbringen.“
Die skeptische Haltung des Spaniers ist verständlich. Trotz seines Sieges im Vorjahr auf dem Balaton-Parkoló-Zentrum und der Tatsache, dass die Strecke in Ungarn im Vergleich zu Mugello weniger anspruchsvoll ist, muss er sich eingestehen, dass sein körperlicher Zustand noch nicht optimal ist. Die Fortschritte in der Feinabstimmung seines Bikes sind da, doch der Körper spielt weiterhin eine entscheidende Rolle.

Die taktik des langsamen aufbaus
„Die Eispackungen sind im Moment mein bester Freund“, gestand Márquez. „Wir müssen die Entzündung niedrig halten und weiter daran arbeiten, die Muskeln wieder aufzubauen – vor allem die Brust- und Bizepsmuskulatur, die durch die Verletzung stark beeinträchtigt ist.“ Er betonte, dass er sich auf das Wesentliche konzentriere: „Ich wiederhole es mir oft, auch bevor ich auf die Maschine steige, um sicherzustellen, dass ich mich nicht überanstrenge.“
Die Hoffnung auf ein größeres Comeback besteht zwar, doch Márquez scheint realistisch zu sein. „Es könnte klappen“, meinte er, „aber es ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt dafür.“ Die weniger anspruchsvollen Kurven in Ungarn könnten ihm zwar helfen, aber der Körper muss mitspielen.

Das beispiel alex márquez
Auch die Situation seines Bruders Alex Márquez ist weiterhin herausfordernd. „Es ist ein Prozess“, erklärte Marc Márquez. „Nach der Operation ist alles sehr dunkel, in der zweiten Woche sieht es schon besser aus, und er möchte dann anfangen, sich vorzubereiten. Aber er hat ein großartiges Team von Ärzten und Physiotherapeuten, die ihm die Zeitrahmen vorgeben. Er will so schnell wie möglich zurückkehren, aber mit Garantie.“
Die Wahrheit ist: Márquez weiß, dass ein Sieg in Ungarn im Moment ein unrealistisches Ziel ist. Seine Ehrlichkeit und sein Fokus auf den langsamen, aber stetigen Wiederaufbau sind der Schlüssel zu seiner langfristigen Rückkehr an die Spitze des MotoGP-Feldes. Die Fans müssen sich damit abfinden, dass sie vorerst auf einen triumphalen Auftritt des Spaniers verzichten müssen – die Würde des Champions gebietet es.
