Alarmierende tiergesundheitszahlen: nur jeder fünfte hund und katze wird regelmäßig tierärztlich versorgt!

Ein erschreckender Bericht zeichnet ein düsteres Bild der tierärztlichen Versorgung in Italien. Während 86 Prozent der Hunde und Katzen im vergangenen Jahr mindestens einmal einen Tierarzt aufsuchten, zeigt sich ein gravierendes Problem: Die Kontinuität der Versorgung lässt massiv zu wünschen übrig. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und werfen Fragen nach der Einstellung der Tierhalter auf.

Ein mangel, der tier und mensch betrifft

Der aktuelle Bericht von Assalco-Zoomark 2025 offenbart, dass lediglich 21 Prozent der italienischen Vierbeiner regelmäßig tierärztliche Kontrollen erhalten. Weniger als die Hälfte ist ordnungsgemäß geimpft – ein Wert, der weit unter den empfohlenen 70 Prozent gemäß den Richtlinien der World Small Animal Veterinary Association (WSAVA) liegt. Das ist nicht nur für die Tiere selbst bedenklich, sondern auch für die öffentliche Gesundheit, wie immer mehr Experten betonen.

One Health – Die untrennbare Verbindung: Das Konzept der „One Health“ – der Einheit von Mensch und Tiergesundheit – gewinnt zunehmend an Bedeutung. Viele Krankheiten, die Hunde und Katzen befallen, können auch für den Menschen gefährlich sein. Eine vernachlässigte tierärztliche Versorgung birgt daher ein ernstzunehmendes Risiko für die gesamte Bevölkerung. Die AISA (Associazione delle Imprese per la Salute Animale di Federchimica) weist zudem darauf hin, dass eine proaktive, präventive Herangehensweise an die Tiergesundheit nicht nur das Wohl der Tiere verbessert, sondern auch erhebliche Kosten einsparen könnte – schätzungsweise bis zu 4 Milliarden Euro jährlich durch die Vermeidung von teuren Notfällen und chronischen Erkrankungen.

Welche impfungen sind wirklich wichtig?

Welche impfungen sind wirklich wichtig?

Die Impfungen für Hunde lassen sich grob in „Core“-Impfungen, die für alle Tiere empfohlen werden, und „Non-Core“-Impfungen, die auf den individuellen Lebensstil und die Umgebung des Tieres abgestimmt sind, unterteilen. Für Hunde gehören dazu der Schutz vor Staupe, Parvovirus und infektiöser Hepatitis. Tollwut ist zwar nicht verpflichtend, sollte aber in vielen Fällen dringend empfohlen werden, insbesondere bei Reisen ins Ausland. Zusätzlich gibt es Impfungen gegen Leishmaniose, Zwingerhusten und andere Erkrankungen, deren Notwendigkeit individuell mit dem Tierarzt besprochen werden sollte.

Bei Katzen sind die Kernimpfungen gegen Panleukopenie (Feline Parvovirus), Rinotracheitis (Herpesvirus) und Calicivirus unerlässlich. Zusätzlich wird die Impfung gegen Feline Leukämie (FeLV) empfohlen, insbesondere für Freigänger.

Es ist ratsam, sich von einem erfahrenen Tierarzt eine individuelle Impfstrategie erstellen zu lassen, die auf die Bedürfnisse des jeweiligen Tieres zugeschnitten ist. Regelmäßige Kontrollen und Impfungen sind dabei nicht nur für die Gesundheit des Tieres, sondern auch für die Sicherheit aller von Bedeutung. Die Vernachlässigung der Tiergesundheit ist ein gesellschaftliches Problem, das wir ernst nehmen müssen, denn das Wohlbefinden unserer Tiere ist ein Spiegelbild unserer Verantwortung als Tierhalter und als Gesellschaft.