Márquez räumt in goiania auf – nachdem ein loch die motogp lahmlegte
Goiania – Was für ein Sprint! Marc Márquez jagt in Brasilien seinen ersten Sieg der Saison, aber die echte Hauptrolle spielt vorher ein Stück Asphalt, das sich plötzlich in Luft auflöst.
Das loch, das alle pläne zerriss
Kurz nach dem Qualifying bemerken Streckenposten ein Sinkloch auf der Start-Ziel-Geraden – Resultat der sintflutartigen Regengüsse der Vortage. Die Rennleitung stoppt sofort alles. Bauarbeiter schneiden einen rechteckigen Blicken heraus, füllen, verdichten, glätten. Die Uhr tickt. 90 Minuten Verspätung. Die Tribüne kocht.
Fabio Di Giannantonio, der Qualifying-König, behält trotzdem die Nerven. Er kontrolliert das Feld bis zwei Runden vor Schluss, dann schaltet Márquez den Turbo. Die Ducati-Direktverbindung funktioniert, der Spanier schlüpft durch, zieht weg, jubelt. Jorge Martín (Aprilia) wird Dritter und bremst die Enteignung seines Titelanspruchs zumindest für 24 Stunden.

Brasilien liefert drama statt samba
Das Autódromo Ayrton Senna war erst nach 37 Jahren zurück im Kalender, doch statt Samba-Rhythmus gibt es Schlammlawinen und improvisierte Asphalt-Chirurgie. Die Wetterkapriolen zwingen die Organisation umzustufen: Moto3 folgt nach dem Sprint, Moto2 rutscht komplett auf Sonntag. Keiner beschwert sich – Sicherheit geht vor.
Márquez’ Sieg ist mehr als nur 12 Punkte. Es ist ein Statement nach dem Thailand-Desaster, wo er im Hauptrennen ausschied. „Endlich wieder oben“, sagt er mit zittriger Stimme im Parc fermé. Die 20 000 fans brasileiros vergessen für einen Moment das Chaos und schmettern eine Choreo, die selbst das Loch im Asphalt erzittern lässt.
Goiania liefert die nächste Lektion: Asphalt kann repariert werden, die Spannung der MotoGP nicht. Die WM rollt weiter – und keiner will das Loch vermissen, das Márquez zum Sieg führte.
