Bvb dreht 0:2-katastrophe in 3:2-spektakel – drei elfmeter, zwei joker, ein kovac-masterclass
Der BVB lag am Boden, das Stadion glich einem schweigenden Kino. 0:2 gegen den HSV, 38. Minute, Svensson und Nmecha hatten ihre Seele verloren – und dann? Dann kam Niko Kovac zur Pause, schickte Bensebaini und Guirassy ins Rennen und sah, wie sein Team binnen 19 Minuten aus der Asche auferstand.

Kovac zündet den turbo – und trifft jeden elfmeter richtig
Die erste Hälfte war ein Offenbarungseid. Mikelbrencis nahm Svensson auseinander, Otele bedankte sich (19.). Kurz darauf grätschte Remberg Nmecha weg, Lokonga schob locker ein (38.). Der BVB wirkte wie eine Mannschaft, die vergessen hatte, wie man läuft. Dann der dramatische Vorhang: Beier fiel, Nmecha trat – und traf den Pfosten. Pausenpfiff, Buhrufe, Köpfe unten.
Kovac reagierte sofort. Reggiani und Adeyemi blieben in der Kabine, Bensebaini und Guirassy betraten den Rasen wie zwei zusätzliche Kapitäne. Was folgte, war kein Fußballspiel mehr, es war ein Boxkampf in Zeitlupe. Beier wurde erneut geboxt, Mikelbrencis saß im VAR-Fernseher – Elfmeter. Bensebaini ließ Heuer Fernandes keine Chance (73.).
Die Uhr zeigte 79 Minuten, als Ryerson eine Flanke schlenzte, Guirassy den Abpraller versenkte. 2:2. Der HSV wankte wie ein Hochhaus im Sturm. Vier Minuten später schraubte Bellingham einen Schuss aufs Tor, Muheim streckte den Arm – wieder Elfmeter, wieder Bensebaini. 3:2. Drei Strafstöße, zwei Joker, ein Sieg, der in Dortmund schon lange unter „mythisch” läuft.
Die Tabelle lügt nicht: der BVB springt auf Platz drei, der HSV bleibt im Mittelmaß stehen. Für Kovac ist das kein Kunststück, sondern reine Schachlogik. Wer seine Figuren richtig stellt, gewinnt auch ein verloren geglaubtes Spiel. Die Westfalen feiern, Hamburg fragt sich, wie viele Elfmeter man noch verschenken darf, bevor die Saison wie ein Kartenhaus zusammenfällt.
