Bensebaini dreht den spieß: dortmund räumt 0:2-pleite gegen hsv in 3:2-sensation auf
Ruhrstadion-Kopfschütteln, dann Heulsuse zum Jubelsturm: Borussia Dortmund lag gegen den Hamburger SV zur Pause mit 0:2 zurück, drehte die Partie aber dank Ramy Bensebaini und dessen Drei-Punkte-Show zum 3:2. Der Algerier verwandelte zwei Elfmeter und schoss damit den BVB auf Siegeskurs, während der Aufsteiger die Pokalstimmung mit leeren Händen verließ.
Krise vor der pause: hsv nutzt dortmunder fehlerkaskade gnadenlos aus
Die erste Halbzeit war ein Lehrbuch für kompakte Gegenstoß-Morde. Robert Otele schnürte nach 19 Minuten seine Bundesliga-Premiere, als Julian Königsdörffer den Ball durch die Schnittstelle zwischen Nico Schlotterbeck und Maximilian Großkreutz schob. Das 0:1 war nur die Spitze des Eisbergs: Moritz Reggiani und Felix Nmecha schenkten kurz vor der Pause den Ball zweimal hintereinander weg, Lokonga donnerte das 0:2 unter die Latte.
Dortmunds Standards blieben die einzige Hoffnung, doch Nmechas Elfmeter (45.) landete neben dem Tor, nicht drin. Die Süd-Tribüne piff, Niko Kovac schritt wütend zur Seitenlinie – die Halbzeitansprache war klar: „Wenn ihr weiter so verteidigt, fliegt ihr raus.“

Kovac zieht den joker: guirassy und bensebaini entfachen bvb-tornado
Der Trainer wechselte zur Pause doppelt: Serhou Guirassy und Bensebaini ersetzten Karim Adeyemi und Reggiani. Die Wirkung war sofort spürbar. Plötzlich stand Dortmund auf der Höhe des Sechzehners, ballbesitzzahl stieg auf 68 Prozent. Heuer Fernandes parierte noch gegen Nmecha (49.), doch die Angriffswelle wurde zum Tsunami.
In der 73. Minute rutschte Mikelbrencis zu spät, Bensebaini verwandelte den fälligen Strafstoß eiskalt. Sechs Minuten später fiel das 2:2: Guirassy drückte den Abpraller nach Bensebaini-Flanke per Bauchlage über die Linie. Die 79. Minute war erreicht, das Spielstand-Zählwerk drehte durch – aber noch nicht genug.

Drama bis zur letzten sekunde: muheims hand gibt den ausschlag
Moritz Muheim blockte Guirassys Schuss mit ausgestrecktem Arm, Matthias Jöllenbeck zeigte erneut auf den Punkt. Bensebaini trat an – und verwandelte erneut. 3:2. Die Hamburg-Block-Gäste verstummten, der Rest der 81.365 explodierte. Selbst Guirassys verschossene Großchance in der Nachspielzeit konnte die Schlagzeile nicht mehr ändern.
Die Zahlen sprechen für sich: 24 Torschüsse gegen vier, 6,2 xGoals gegen 1,47. Der BVB feiert seinen elften Heimsieg der Saison und klettert vorübergehend auf Rang drei. Der HSV bleibt zwar acht Punkte über dem Relegationsplatz, muss aber am 28. Spieltag gegen Augsburg liefern – sonst wird die Kurskorrektur zur Pflicht.
