Loch repariert, márquez siegt: goianias verrückter gp-samstag

Die Startampel blinkte fast 90 Minuten später als geplant – und das nicht wegen Streik oder Stau, sondern wegen eines kratergroßen Lochs in der Start-Ziel-Geraden. Dann trat Marc Márquez aufs Gas und drehte die ganze Farce in seinen Sieg.

Regen frisst asphalt – stoppuhr frisst nerven

Als die MotoGP-Piloten ihr Qualifying beendeten, klaffte plötzlich ein 40 mal 60 Zentimeter großes Sinkloch im Asphalt des Autódromo Ayrton Senna. Die Ursache: tagelange Wolkenbrüche, die am Dienstag schon die Boxengasse in einen Schlammfluss verwandelt hatten. Streckenarbeiter schnitten den maroden Fleischbrocken heraus, füllten die Wunde mit Kaltasphalt und verdichteten ihn so lange, bis die Rennleitung ein müdes Nicken zeigte. 19.00 Uhr wurde 20.20 Uhr – und die Fans trommelten mit Regenschirmen gegen die Zäune.

Für Fabio Di Giannantonio begann der verzögerte Sprint wie ein Märchen. Der Gresini-Ducati-Mann schnappte sich die Pole, führte 11 Runden lang und sah kurz vor dem Ziel noch wie der sichere Sieger aus. Dann schlich sich Márquez in seine Windschatten, schalted einen Gang höher, schlängelte sich innen vorbei und jagte mit 0,9 Sekunden Vorsprung über die Linie. Erster Saisonsieg, erste Faust, die sich nach zwei Thailand-Pleiten wieder selbstbewusst gen Himmel reckt.

Jorge martín schafft das podest – die kleinklassen warten

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Hinter dem Sechsfach-Weltmeister landete Weltmeister von 2024 Jorge Martín auf seiner Aprilia als Dritter – ein Wermutstropfen für den Madrilenen, der die Ducati-Dreifach-Formation hätte knacken wollen. Zweiter wurde Di Giannantonio, der nach dem Ziel kurz den Helm schlug, weil die erste Karriere-Sprint-Flagge so greifbar war und dann doch durchrutschte.

Die Große Klasse frisst Zeitpläne: Wegen der Asphalt-Panne musste die Rennleitung umdisponieren. Moto3-Qualifying folgt jetzt nach dem Sprint, Moto2 startet erst am Sonntag – ein Domino, das die Mechaniker in Nachtschichten zwingt.

Für Brasilien ist der Wahnsinn ein Comeback sondergleichen. 35 Jahre nachdem schon Eddie Lawson in Goiania gewann, kehrt die WM erstmals zurück – und liefert direkt ein Drama, das zwischen Schlaglöchern und Siegestänzen kaum Luft zum Atmen lässt.