Marco burch packt aus: «legia war ein riesenschritt, zu gross für mich»

Marco Burch traf am Ostersamstag mit Servette auf den FC Luzern – und knallte seinem Jugendclub ein 3:0 an die Wand. Dabei war der 25-jährige Innenverteidiger selbst monatelang am Boden: In Warschau saß er meist nur Bank, polnische Leihstationen halfen kaum. Jetzt spricht er erstmals offen über das Scheitern im Ausland und die Lektion, die ihn zurück in die SuperLeague katapultierte.

Der schritt, der zu weit war

«Der Unterschied zwischen Luzern und Legia war brutal», sagt Burch im Gespräch mit der Luzerner Zeitung. «Ein Riesenklub, internationale Erwartung, neues Land – das war zu viel auf einmal.» Nach gerade einmal zwölf Pflichtspiel-Einsätzen für Legia Warschau und einer halbjährigen Leihe zu Radomiak Radom packte er im Winter 2025 die Koffer. Die Bilanz: 30 Monate Polen, aber keine echte Perspektive. «Ich habe keine Träne nachgeweint. Es war klar: Ich brauche Spielzeit, ich brauche Vertrauen.»

In Genf fand er genau das. Giotto Morandi und Joel Mall, beide Deutschschweizer, halfen ihm, sich sofort heimisch zu fühlen. «Servette ist kein Rettungsanker, sondern eine bewusste Neuausrichtung», betont Burch. Seit Januar läuft er in der Starting-Elf auf, partnerelt mit Routinier Steve Rouiller, bis 2028 unterschrieben. «Wir verstehen uns blind, obwohl wir früher Gegner waren.»

Der luzern-knaller und die nächste saison

Der luzern-knaller und die nächste saison

Gegen seinen Ausbildungsclub legte Burch ein starkes Zeugnis ab: 92 % Passquote, sieben Ballgewinne, kein Gegentor. Die Genfer verpassten die Championship-Group dennoch knapp. «Trotzdem ist die Stimmung positiv», sagt Burch. «Wir bauen etwas auf, das länger halten soll als ein einzelnes Jahr.» Sportchef René Weiler plant mit ihm als Abwehrchef, neue Zielsetzung: Europa-League-Quali 2026.

Die Lehre aus Warschau? «Trau dich, aber kenne deine Stufe.» Für Marco Burch heisst das: kein zweiter Ausflug ins Ungewisse, stattdessen Bodenhaftung in Genf. Er lacht: «Und vielleicht nächstes Mal wieder drei Tore gegen Luzern – dann aber vor eigenem Publikum.»