March madness schmeißt deutsche hoffnung raus: tilly trifft, aber tcu kassiert den kopf
64:66 – die Uhr blieb bei 0,4 Sekunden stehen, das Netz zitterte noch nach, und Christoph Tilly stand mit offenem Mund da. Ohio State hatte den Sprint von 15 Punkten Rückstand vollendet, doch Edmonds’ Drive durch die Zone riss die Buckeyes und das deutsche Duo aus dem Turnier. March Madness spielt keine Nationalhymnen, sie spielt Todesstille.
Tilly stemmt sich gegen das ende – grujicic darf nur zusehen
Der 2,13-m-Hesse war von Anpfiff an auf dem Parkett, schrubbte sechs Boards zusammen und legte ebenso viele Assists auf – ein Center mit quarterback-Hand. Acht Punkte mag wenig klingen, doch jeder seiner Kontroll-Rebounds entzündete den 12:0-Lauf nach der Pause. Mathieu Grujicic, zuletzt noch Berlins JBBL-Motor, saß in Anzug und Trainingsjacke; die Bank war sein komplettes Spiel. Die Niederlage schreibt sich trotzdem in beiden deutschen Pässen.

Sananda fru krallt sich weiterkommen – und einen sturz aufs kreuz
Während Tillys Saison endet, fliegt Sananda Fru weiter. Der ehemalige Braunschweiger produzierte ein Double-Double aus der zweiten Reihe: 10 Punkte, 10 Rebounds, zwei Blocks – Zahlen, die seine 20 Minuten wie ein Kurzfilm zusammenfassen. Die letzte Sequenz war Horror statt Hollywood: Foul in der Luft, harter Aufprall, Steißbein auf Beton, raus. Zwanzig Sekunden später lief er wieder, Louisville hält 83:79 gegen South Florida. Nächster Gegner: Michigan State oder North Dakota State – egal, Hauptsache er kann aufstehen.

Duke wackelt, aber cameron boozer trägt das blaue hemd
Die Siena Saints spielten mit nur fünf Körpern, wechselten sich praktisch nicht und führten zur Pause mit 11 Punkten. Duke lag am Boden, doch der Topfavorit hat einen Retter: Cameron Boozer. 22 Punkte, 13 Rebounds, 40 Minuten Dauerlauf – er war sein eigener Wechsel. Als Siena in den letzten drei Minuten endlich die Beile einstellte, schraubte Boozer die Klinge hoch: 71:65, Blamage verhindert, Erstrunden-Fluch vertagt.
Die Sieger feiern, die Verlierer packen Koffer, und die Statistik behält Recht: In 37 der letzten 39 Turniere flog mindestens eine Nr. 1-Regionale vor dem Achtelfinale raus. Diesmal war Ohio State dran – und mit ihm die deutsche Hoffnung. Tillys Blick wird noch ein paar Tage durch den Vorhang gehen, bis der nächste March Madness ihn wieder einfängt.
