Marcelino verabschiedet sich: champions-league-ticket als abschiedsgeschenk

Er wusste es schon im Winter, sagt nichts, feiert trotzdem Europa-League-Sieg und zieht mit Villarreal in die Königsklasse ein. Jetzt packt Marcelino García Toral aus: Der Coach tritt ab, weil der Klub ihm nur ein Jahr bot – er aber mindestens zwei wollte.

Der bruch kam bereits im dezember

„Die Entscheidung fiel im Dezember oder Januar“, erklärt der Asturier bei seiner ersten öffentlichen Erklärung nach dem offiziellen Klubcommuniqué. „Wir haben sie in höchster Diskretion gehalten, weil Ruhe der Garant für den historischen Erfolg war: zwei Jahre Champions League nacheinander.“

Marcelino betont, keinen Cent mehr gefordert zu haben, keine Machtfrage gestellt zu haben. „Nur eine unterschiedliche Sichtweise auf die Laufzeit. Mehr nicht. Wer etwas anderes behauptet, lügt.“

Spieler ahnten, hope dies hard

Spieler ahnten, hope dies hard

Im Kabinenflur kursierten seit Januar Halbwissen. „Ein Teil wusste es, ein anderer hoffte auf eine Kehrtwende“, gesteht der 57-Jährige. Die Mannschaft habe trotzdem „tremendamente respektvoll“ gearbeitet – anders als anderswo, wo Trainerfragen ganze Saisons sprengen.

Sein größtes Vermächtnis? „Der Aufstieg“, antwortet er ohne Zögern. „Pflicht, die zur Obsession wurde. Danach kam Europa, dann die Champions League. Ein Traum in vier Jahren.“

Sporting gijón bleibt erste liebe

Sporting gijón bleibt erste liebe

Villarreal liegt ihm am Herzen, doch Sporting ist Heimat. „Ich kam mit 13, ging mit 21. Aber diese sieben Jahre hier waren intensiv, erfolgreich und voller Zuneigung.“ Das 3:0-Heimsieg-Finale gegen Athletic? „Rührte mich zu Tränen.“

Klare Kante auch zum Saisonfinale: Gegen Mallorca will er Platz drei festnageln. „Wir sind keine Abstiegsrichter. Jeder bewertet sich selbst über 38 Spieltage.“ Rotation? „Es wird Wechsel geben, nicht elf. Der Kalender zwingt, aber die Personalie steht.“

Spanien dominiert europas bühnen

Er freut sich wie ein Fan: „Zwei spanische Trainer in der Champions-League-Finale, ein Asturier dabei. Und Emery? Der gewinnt die Europa League – Gegner müssten gar nicht anreisen.“

Was folgt, ist Leere mit Optionen. „Ich kann wählen, das ist Luxus und Qual. Fehlentscheidungen habe ich mir abgewöhnt, 13 Jahre Erfolg lassen mich warten – aber nicht ewig.“

Er geht, ohne zu klagen. Mit einem Ticket für die Königsklasse in der Tasche und dem Satz: „Ich reise mit dem Herzen voller Dankbarkeit – und mit dem Bewusstsein, hier etwas Großes hinterlassen zu haben.“