Giro d'italia: uae emirates kämpft ohne almeida – pragmatismus statt titelträume?

Das UAE Emirates Team steht vor einer Mammutaufgabe beim Giro d'Italia. Nach einer Saison voller Verletzungen und Rückschläge muss das Team von Joxean Fernández Carnicero nun auch noch auf seinen aussichtsreichsten Fahrer, João Almeida, verzichten. Ein Umbruch, der die Ambitionen in der Gesamtwertung deutlich schrumpfen lässt, aber gleichzeitig neue Chancen für Etappensiege und eine offensive Fahrweise eröffnet.

Die verletzungsserie: ein albtraum für das uae emirates team

Die Liste der Ausfälle liest sich wie ein Who's who der Verletztenkabine. Jay Vine, Mikkel Bjerg, Narváez, Tim Wellens – ein Name reiht sich an den anderen. 14 Fahrer, darunter auch fünf vom Continental Team, fielen in dieser Saison bereits verletzt aus. Und dann die verheerende Nachricht: Almeida, der eigentlich als Top-Anwärter für das Gesamtklassement gehandelt wurde, muss aufgrund einer Infektion aussetzen. Ein herber Schlag für das Team.

Fernández Carnicero blickt pragmatisch auf die Situation. „Wir haben gelernt, mit Rückschlägen umzugehen“, erklärte er. „Almeida fehlte uns die Möglichkeit, zu trainieren und seine Arbeit zu verrichten. Wir suchen dann immer nach Alternativen.“ Die Verpflichtung von Marc Soler und die Integration junger Talente wie Morgado und Jan Christen sollen die Lücke im Team schließen.

Neue strategie: offensive fahrweise und jagd nach etappen

Neue strategie: offensive fahrweise und jagd nach etappen

Ohne Almeida verschiebt sich der Fokus des UAE Emirates Teams. Die Ambitionen in der Gesamtwertung sind zwar gedämpft, doch das Team will keinesfalls passiv agieren. „Wir wollen von Anfang bis Ende mitmischen“, betonte Fernández Carnicero. „Wir konzentrieren uns weiterhin auf die Gesamtwertung, aber vergessen dabei nicht, nach Etappensiegen zu suchen.“

Besonders Marc Soler, der ursprünglich für die Tour de France vorgesehen war, könnte nun seine Chance erhalten. „Er ist ein wichtiger Fahrer für uns“, so Fernández Carnicero. „Er kann diese Art von Rennen gut lesen und reagieren.“ Die offene Natur des Giro d'Italia, insbesondere mit den zahlreichen Möglichkeiten für Ausreißer, spielt dem UAE Emirates Team in die Karten.

Die Frage, wie das Team mit dem starken Favoriten Jonas Vingegaard umgehen wird, beantwortete der Teamchef ebenfalls: „Es wird zwei, besser gesagt drei Rennen geben – ein Sprintrennen, ein Rennen für Ausreißer und ein Rennen um die Gesamtwertung.“ Die Möglichkeiten für Überraschungen sind also vielfältig.

Die Wahrheit ist: Das UAE Emirates Team hat zwar einen herben Schlag hinnehmen müssen, doch es hat die Chance, sich neu zu erfinden. Eine offensive Fahrweise, die Förderung junger Talente und die Entfaltung der individuellen Stärken könnten den Weg für eine erfolgreiche Giro d'Italia ebnen. Die Saison war hart, aber die Leidenschaft des Teams ist ungebrochen. Sie werden kämpfen – bis zum letzten Kilometer.