Manno zieht sich zurück: wuppertaler sv versucht notbremse vor dem absturz
Gaetano Manno ist weg vom Fenster – zumindest bis Mai. Der Sportdirektor des Wuppertaler SV verzichtet freiwillig auf seinen Stuhl, weil die Kurve seit Wochen Manno raus! skandiert und die Mannschaft im Tabellenkeller schmort.
Der fanbanner-krieg hat ihn erledigt
Erst flatterte ein Spruchband über den Rand: „Manno – Du zerstörst unseren Verein“, dann ein zweites, drittes. Die Botschaft war klar: Wer den beliebten Sebastian Tyrala feuert, ohne Not, und Mike Wunderlich als Retter installiert, obwohl die Punkte weiterhin flöten gehen, muss selbst auf die Abschussliste. Die Quote: zwölf Punkte aus den letzten elf Spielen, Platz 15, nur zwei Zähler Vorsprung zur roten Zone. Da reicht selbst die eiserne Rückendeckung des Aufsichtsrats nicht mehr.
Manno reagiert mit dem klassischen Schritt zurück, um nicht vollends zu stürzen. Er bleibt Beschaffer, Scout, Telefonjoker – nur eben ohne offizielle Vollmacht. Die operative Leitung liegt jetzt komplett bei Trainer Wunderlich und seinem Co-Trainer Sebastian Schuppan. Ob das reicht, um die restlichen fünf Endspiele zu überleben, ist offen. Die Fans haben ihre Forderung nicht zurückgenommen, sie haben nur einen neuen Sündenbock bereit gelegt.

Die woche der wahrheit beginnt in siegen
Am Freitagabend geht’s nach Siegen, Dienstag folgt das Nachholspiel beim direkten Konkurrenten SV Rödinghausen. Sechs Punkte würden die Löwen zumindest auf Relegationsplatz 14 hieven, alles andere wäre eine Vorentscheidung im Abstiegskampf. Die Mannschaft trainierte diese Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit, die Spieler bekamen ein Social-Media-Verbot verpasst – Stichwort größtmögliche Ruhe. Intern sickerte durch: Keiner traut sich mehr öffentlich für Manno ins Feuer, aber auch niemand glaubt, dass ein Alleingang des Trainers die Defensive stabilisiert, die 48 Gegentore auf dem Konto hat.
Manno selbst schickte den Verein am Mittwoch eine letzte Mail: „Ich werde weiter jeden Stein umkehren, damit der WSV in dieser Liga bleibt. Aber ich tue es jetzt aus dem Hintergrund, damit die Jungs endlich wieder Fußball spielen können, statt Politik zu machen.“ Ein Satz, der klingt wie ein Schwur – und wie ein Eigentor. Denn wenn der Klassenkampf schiefgeht, wird niemand mehr glauben, dass die Schuld allein an der Kurve lag.
