Mannheim klaut berlin die krönung: doppel-meister wechseln zur adler-revolution

Mannheim schlägt zurück. Nach der bitteren Final-Niederlage gegen die Eisbären packt der Vizemeister zum großen Coup aus: Jake Hildebrand und Lennard Nieleck, frisch gekrönte Meister aus Berlin, ziehen in die SAP-Arena ein. Der Transfer ist eine Kampfansage an die Liga – und ein Eigentor der Hauptstädter.

Der verletzte held und das wunderkind

Hildebrand, drei Mal Champion mit Berlin, saß im Finale gegen genau jene Adler, für die er künftig spielt. Eine Wadenverletzung stoppte seine Playoff-Serie, nun will er mit Mannheim zurückschlagen. „Er bringt Sieger-DNA und eine Ruhe, die wir in entscheidenden Momenten brauchen“, sagt Cheftrainer Dallas Eakins, der die Verpflichtung persönlich vorantrieb. Die Vertragslaufzeit hüllt der Klub in Schweigen – typisch Adler, typisch Poker.

Nieleck dagegen ist die Wette auf die Zukunft. 22 Jahre, Förderlizenz, 1,89 Meter groß, mit einem ersten Meisterring im Gepäck. In Berlin blieb ihm nur die Edeljoker-Rolle, in Mannheim soll er zum Top-Nine-Stürmer reifen. „Wir bauen ihn nicht auf, wir katapultieren ihn“, so Eakins. Die Message ist klar: Jung, hungrig, meistererfahren – mehr geht nicht.

Berlin verliert sein gesicht

Berlin verliert sein gesicht

Für die Eisbären ist der Doppelausgang ein Gesichtsverlust. Hildebrand galt als Playoff-Bollwerk, Nieleck als nächster deutscher Hoffnungsträger. Geschäftsführer Peter Lee hatte den Abgang des Keepers bereits vor Wochen eingestanden, doch dass auch Nieleck abwandert, schmerzt. Die Defensive der Hauptstädter verliert damit 120 Playoff-Spiele Erfahrung – und das an den direkten Konkurrenten.

Die Adler zahlen nicht nur Ablöse, sie zahlen mit Provokation. Schon vor zwei Jahren schnappten sie Matthias Plachta aus Berlin, nun holen sie die komplette Sieger-Garnitur. Die Rivalität bekommt ein neues Kapitel – und ein Datum: 12. September, erste DEL-Runde, Berlin in Mannheim. Hildebrand im Kasten, Nieleck auf dem Eis, 14.500 Zuschauer, die pfeifen werden bis zum Umfallen.

Die Meisterschaft 2026 ist Geschichte, die Planung für 2027 läuft auf Hochtouren. Wer den Pokal will, muss jetzt durch Mannheim – und dort warten zwei frischgebackene Berliner, die Revue feiern wollen. Die Liga kann sich warm anziehen.