Malen trifft wieder: roms neuer held nähert sich batistuta-rekord

Donyell Malen lässt das Olympico erzittern. Mit seinem sechsten Treffer im siebten Serie-A-Spiel für die Roma schraubt der Niederländer seine Quote auf 0,86 Tore pro Partie – ein Wert, der in der Klubhistorie nur von Gabriel Batistuta übertroffen wurde.

Der 25-Jährige nahm die Kugel gegen Juve in der 68. Minute mit der Innenseite mit, ließ zwei Gegenspieler stehen und schob überlegt an Mattia Perin vorbei. Gian Piero Gasperini sprach nach dem Abpfiff von einem „verheerenden Einfluss“, der „die gesamte Abwehr aushebelt“. Die Kurve sang „Malen, re del gol“ – ein Lied, das in den letzten Wochen immer lauter wird.

Die zahl, die alle fragen beantwortet

Seit seinem Debüt am 18. Januar hat nur Harry Kane (neun) in den Top-5-Ligen öfter getroffen. Malen steht damit auf einer Stufe mit Lamine Yamal und Ante Budimir. Doch das ist nur die Spitze. Sein xG-Wert von 4,3 in diesem Zeitraum zeigt: Er verlässt sich nicht nur auf Instinkt, er schiebt auch die eigenen Erwartungen nach oben.

Die Roma kassierte spät den Ausgleich, doch die Stimmung drehte sich nicht um die verspielten Punkte, sondern um das nächste Kapitel des Märchens. Im Training am Trigoria-Komplex arbeitet Malen seit Wochen mit Ex-Stürmer Marco Delvecchio an Bewegungsmustern im Sechzehner. Ergebnis: Fünf seiner sechs Tore fielen aus weniger als neun Metern – kein Zufall, sondern Konzept.

Die beiden Argentinier Dybala und Soulé haben ihm bereits vier Vorlagen geliefert. Wenn der kleine Zauberer und der Neue von Juve gleichzeitig auf dem Rasen stehen, steigt Malens Torschussquote um 37 Prozent – ein Wert, den Analysten des Klubs intern als „Faktor M“ bezeichnen.

Warum batistuta nur ein zwischenhalt ist

Warum batistuta nur ein zwischenhalt ist

Batigol schaffte acht Tore in seinen ersten sieben Partien für die Roma – damals im Oktober 2000. Die Serie endete, weil der Argentinier drei Spiele später einen Muskelfaserriss erlitt. Malen dagegen sieht sich selbst als „Dauerläufer“, wie er nach der Partie gegen Juve verriet. Seine GPS-Daten: 11,2 km Schnitt, 34 Sprints, Spitzenwerte im Kader.

Der Niederländer hat noch kein einziges Mal vor der 60. Minute ausgewechselt. Trainer Daniele De Rossi nennt ihn „den modernen Neuner, den ich seit Totti nicht gesehen habe“. Gemeint ist: Spielintelligenz plus Killerinstinkt.

Am Sonntag folgt das Duell bei der Dea, die gerade selbst um die Champions-League-Plätze kämpft. Malen wird wieder in der Startelf stehen – und wenn er trifft, winkt nicht nur der Batistuta-Rekord, sondern auch der Sprung auf Rang drei der ewigen Roma-Jahresdebütanten. Die Curva Sud hat bereits neue Banner bestellt. Der Text: „Malen, il nuovo re di Roma“. Fertigstellung: Freitagabend, 22 Uhr. Dann wird das Olympico wieder beben.