Malen trifft für roma – juventus schaut zu und bereut es

Fünf Tore in sechs Spielen. Donyell Malen ist im Januar nach Rom gewechselt – und hat die Serie A sofort auf den Kopf gestellt. Was die Roma für 2 Millionen Euro Leihgebühr holte, entpuppt sich als der klügste Transfer des Wintermarkts. Für Juventus hingegen wird dieser Januar als verpasste Chance in die Geschichte eingehen.

Gasperini bekam, was er wollte – spalletti wartete vergeblich

Gian Piero Gasperini hat seinen Stürmer. Spalletti hat ihn nie bekommen. Das ist der Kern dieser Geschichte, und er ist so einfach wie schmerzhaft. Die Bianconeri suchten einen klassischen Neuner – körperstark, ballhaltend, raumöffnend. Malen ist das nicht. Aber er ist schnell, torgefährlich und hat sich in Spallettis System sofort eingefunden, als wäre er nie woanders gewesen. Was Juventus brauchte, hat Juventus nicht geholt. Was Juventus nicht wollte, trifft jetzt für den Rivalen.

Die zahlen hinter dem deal, der juve hätte gehören können

Die zahlen hinter dem deal, der juve hätte gehören können

Frederic Massara hat Florentin Ottolini in diesem Transferfenster klar ausgestochen. 25 Millionen Euro Pflichtkaufoption greift, sobald die Roma sich für irgendeinen europäischen Wettbewerb qualifiziert – und die Römer spielen derzeit so, als wäre das eine Frage des Wann, nicht des Ob. Ottolini, erst seit wenigen Tagen im Amt als Sportdirektor, hatte kaum Zeit und noch weniger finanziellen Spielraum. Das mildert die Kritik, hebt sie aber nicht auf.

Juventus blieb bei Leihspielern ohne Kaufpflicht. Technisch begründet: Man wollte sich für den Sommer nicht festlegen. Finanziell begründet: Leihspieler ohne Kaufgarantien belasten die Bücher weniger. Das Ergebnis ist trotzdem dasselbe – kein Stürmer, keine Tore, kein Fortschritt.

Was malen kostet – und was das über juve aussagt

Was malen kostet – und was das über juve aussagt

Hier liegt das Salz in der Wunde. Malen verdient 4 Millionen Euro pro Jahr. Jonathan David, den Juventus ebenfalls auf dem Zettel hatte, kostet 6 Millionen. Vlahovic kassiert das Doppelte – und liefert die Hälfte. Wer die Transferpolitik der Bianconeri in diesem Winter verstehen will, muss nur diese drei Zahlen nebeneinanderstellen.

In Turin soll Malen an Vialli erinnern – das ist kein schlechter Vergleich, und es zeigt, dass die Fans längst registriert haben, was die Vereinsführung offenbar übersehen hat. Der Niederländer ist kein klassischer Mittelstürmer, das stimmt. Aber er trifft, er verbindet, er belebt. Und er tut es in einem System, das dem von Juventus gar nicht so unähnlich ist.

Die Kontinentale Saison läuft weiter. Malen trifft. Juve sucht noch immer nach Antworten vorne – und die werden im Sommer teurer sein als im Januar.