Malagò schlägt alle erwartungen – jetzt soll conte die azzurri retten
Um 15:13 Uhr im Cavalieri Waldorf Astoria brach Jubel aus. Giovanni Malagò hat mit 68,58 % die Präsidentschaft der FIGC gesichert und damit die italienische Fußball-Familie aufgerüttelt. Sein Plan: eine Blaue Revolution mit Antonio Conte an der Seitenlinie und Paolo Maldini als technischer Leiter. Fertig gemacht ist noch nichts, aber die Richtung ist klar.
Ein sieg, der keine fragen offen lässt
266 Delegierte stimmten ab, nur sieben blieben fern. Malagò holte 182 Stimmen – zwölf Prozentpunkte mehr als intern kalkuliert. Gegenkandidat Giancarlo Abete blieb bei 29,17 % hängen, die weißen Stimmen summierten sich auf 2,25 %. Der neue Boss lachte: „Über 61 % wären schon stark – nur ein Angeber hätte 100 % erwartet.“
Die Serie A schickte zwei leere Zettel: Lotito und Stirpe aus Frosinone wollten keinem Freund wehtun, die Aic schickte eine weitere. Dennoch: Malagò riss sogar knapp ein Drittel der Amateure mit, obwohl Abete deren Präsident ist. Ein Machtwechsel, der sich schon in den Zahlen abzeichnet.

Der conte-deal – ein herz schlägt schneller
Conte und Maldini – das Duo, das italienische Fans träumen lässt. Malagòs Kalkül: seine eigene Glaubwürdigkeit als ehemaliger CONI-Chef und jetziger CIO-Vize als Druckmittel. „Ich allein kann nichts, gemeinsam alles“, sagte er nach der Wahl. Conte soll auf eine Art „Herzensentscheidung“ gedrängt werden, auch wenn es weniger Geld gibt als bei Vereinen. Maldini gilt als beschlossene Sache.
Die Verhandlungen laufen seit Tagen, Details zur Staffelung der Kompetenzen sind offen. Doch wer Malagò kennt, weiß: Er liefert, wenn er spricht.

Reformen statt vetos – das tischtuch wird zerschnitten
Malagò will das berüchtigte Vetorecht der Ligen kippen, das Reformen seit Jahren blockiert. „Wenn wir nicht selbst ändern, wird uns jemand zwingen“, warnte er und spielte auf die politischen Drohungen eines Commissariamento an. Der neue Sportminister Andrea Abodi hatte zuletzt 10,8 Millionen Euro aus dem Nachwuchs-Fonds in die Frauen-Serie A umgeschichtet – ein Affront, der die gesamte Versammlung gegen Rom aufbrachte.
Abodi trifft Malagò bereits am Donnerstag. Die Botschaft ist unmissverständlich: Respekt oder Rücktritt.

Das ende der schonzeit
Die Delegierten haben gewählt, die Revolution startet jetzt. Malagò hat das Kapital, das Netzwerk und die Zahlen. Conte und Maldini sind die ersten Bausteine. Wer jetzt zögert, fliegt raus. Die Zeit der Vetospieler ist vorbei.
