Mainz will ohne silas geschichte schreiben – olmütz steht im weg
Mainz darf träumen. Olmütz steht heute Abend zwischen dem 1. FSV und dem ersten Viertelfinale eines europäischen Wettbewerbs, doch die Luft im Mewa Arena ist dünn. Die Nervosität vom 0:0 in Tschechien klebt noch an den Schuhen, der Silas-Ausfall nagt am Selbstvertrauen.

Urs fischer hält an zwei spitzen fest – trotz knochenbruch und form-frage
Der Trainer spricht von „riesiger Vorfreude“, aber seine Stimme klingt wie Sandpapier. Er weiß: Wer in der Liga gegen den Abstieg zittert, darf sich keine Blöße im Pokfieber leisten. Die Lösung für den zerfetzten Sturm: nicht Tietz allein, sondern Weiper oder Sieb neben ihm. „Größe, Robustheit, Tempo“, zählt Fischer auf, als würde er sich selbst überzeugen. Dabei war Silas’ Antritt genau das, was Mainz in Bremen plötzlich wieder hatte: zwei Gänge mehr und ein Funken.
Die Rechnung geht so: Wer in der Liga endlich gewinnt, darf in der Conference League mutig sein. Das 2:0 gegen Werder war kein Befreiungsschlag, sondern ein Seufzer. „Wir sind stabil“, sagt Daniel Batz und klingt wie ein Mann, der sich selbst einlullt. Stabil reicht nicht, wenn Olmütz hinten eine Mauer und vorne einen Konter zieht.
Die taktische Glanzstunde könnte William Böving werden. Der Däne darf erneut für Jae-sung Lee beginnen – nicht als Luxus, sondern als Notlösung. Lee lief sich in den letzten Wochen tot, seine Beine waren schneller als sein Kopf. Fischer schützt ihn „vor sich selbst“, eine schöne Umschreibung für: Er brennt aus, wenn wir ihn jetzt brauchen.
Der Stadionampel steht auf Grün, die Karten sind weg, die Curva probt schon jetzt „Europapokal“. Doch die wahre Frage ist die, die niemand laut stellt: Schafft Mainz den Sprung ins Viertelfinale, bevor die Bundesliga wieder zuschlägt? Die Antwort steht heute Abend 90 Minuten lang auf dem Rasen – und danach auf der Tabelle, die immer noch 16. heißt.
