Mainz vor hürde: wer sind die straßburger conference-league-gegner?
Die Marschroute für Mainz 05 im Conference-League-Viertelfinale ist klar: Racing Straßburg steht vor der Aufgabe. Doch wer sind die Elsässer, die den Rheinhessen das Leben schwer machen wollen? Michael Spindler im Porträt.
Eine lange tradition, ein steiniger weg
Der Racing Club de Strasbourg Alsace, korrekt und stolz so genannt, blickt auf eine ebenso bewegte wie Mainz 05 auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1906, ein Jahr nach den Mainzern, wurde der Verein in einem Vorort von Straßburg als FC Neudorf gegründet. Die folgenden 120 Jahre waren geprägt von Höhen und Tiefen – von glorreichen Momenten bis hin zu existenziellen Krisen.

Die goldene ära und der abstieg in die tiefe
Die erfolgreichste Epoche des RC Straßburg liegt nun schon einige Jahrzehnte zurück. 1979, unter der Leitung von Trainer Gilbert Gress, krönte sich die Mannschaft zur französischen Meistermannschaft. Zusätzlich wurden sie dreimal Pokalsieger, zuletzt im Jahr 2001. Doch nach diesen Erfolgen folgten schwierige Zeiten. Ein Insolvenzverfahren im Jahr 2011 führte zur Zwangsabsetzung in die fünfte Liga. Ein Schock für den Verein, der jedoch mit großem Kampfgeist bewältigt wurde. Der direkte Wiederaufstieg in die erste Liga gelang bereits in der Saison 2017/18.

Neue besitzer, neue ambitionen
Auch finanziell scheint der Verein auf solider Basis zu stehen. Seit Juni 2023 gehört er der Investorengruppe „BlueCo-Group“ um den amerikanischen Unternehmer Todd Boehly. Diese Investmentgesellschaft, die bereits 2022 den FC Chelsea vom russischen Investor Roman Abramowitsch übernahm, signalisiert nun auch in Straßburg den Willen zur langfristigen Investition und sportlichen Entwicklung. Racing Straßburg ist somit das zweite europäische Projekt dieser ambitionierten Investorengruppe.
Deutsche spuren im elsass
Im Laufe der Jahre trugen auch einige deutsche Spieler das Trikot von Racing Straßburg. Neben Ex-Schalker Reinhard Libuda oder dem Stuttgarter Walter Kelsch zog es 1989 sogar den damalsigen Nationalspieler und Bundesliga-Torschützenkönig Thomas Allofs nach Straßburg. Sein Engagement war allerdings von kurzer Dauer – nach elf Spielen kehrte er zu Fortuna Düsseldorf zurück.

Panichellis ausfall und ein ungeschlagener lauf
Ein herber Rückschlag für Racing Straßburg vor dem Duell mit Mainz: Ihr erfolgreichster Torschütze, der Argentinier Joaquin Panichelli, zog sich im Training einen Kreuzbandriss zu und fällt für den Rest der Saison aus. Das Fehlen des Top-Torjägers wird die Aufgabe für Mainz 05 zwar erleichtern, doch die Straßburger dürfen keinesfalls unterschätzt werden. Sie sind in der Conference League bisher ungeschlagen und haben eine starke Saison in der Ligue 1 hingelegt, in der sie aktuell den achten Platz belegen. Die Generalprobe vor dem Spiel in Mainz wurde mit einem 3:1-Sieg gegen OGC Nizza ebenfalls erfolgreich bestanden.
Mainz 05 steht somit vor einer echten Herausforderung. Unter Trainer Gary O’Neil hat das Team in 16 Spielen lediglich zwei Niederlagen kassiert und sich als ernstzunehmender Gegner in der Conference League bewiesen. Das Viertelfinale verspricht ein spannungsgeladenes Duell zwischen zwei ambitionierten Mannschaften.
