Mainz 05 gegen racing straßburg: europapokal-viertelfinale wird zur grenzschlacht
Mainz 05 steht vor dem größten Abend seiner Geschichte. Gegen Racing Straßburg geht es um das Halbfinale der Conference League – ein Moment, der den Verein für immer verändern kann.
Die Fans wissen es. Die Spieler auch. Deshalb wird das Mewa am Donnerstagabend nicht nur rot erstrahlen, sondern glühen. 33.000 Menschen werden sich in einem Kollektivschrei verlieren, der die Grenze nach Elsass überspringt.
Nadiem amiri könnte zurückkehren – oder auch nicht
Urs Fischer spielt sein Lieblingsspiel: Informationen so lange wie möglich unter Verschluss halten. Der Nationalspieler trainierte diese Woche wieder, doch ob er sitzt, steht oder spielt, das verrät der Trainer erst, wenn die Lichter angehen. „Wenn er auf der Bank sitzt, kann er spielen. Sonst würde er nicht sitzen“, sagt Fischer und grinst dabei wie ein Schüler, der gerade das Klassenzimmer verlassen hat, ohne Hausaufgaben.
Die Wahrheit: Mainz braucht Amiri nicht zwingend. Die Mannschaft läuft seit Wochen heiß. Drei Siege in Folge in der Bundesliga, acht Punkte Vorsprung auf die Relegation – das ist kein Polster, das ist eine Couch. Darauf kann man sich legen und träumen.

Straßburg ist kein gegner, sondern ein spiegel
Der französische Traditionsklub hat die Conference-League-Gruppenphase souverän dominiert. Fünf Siege, ein Remis – das ist keine Statistik, das ist eine Ansage. Doch im Achtelfinale gegen Rijeka zitterte sich Straßburg fast selbst aus dem Wettbewerb. Das 1:0 im Rückspiel war kein Sieg, sondern ein Seufzer der Erleichterung.
Mainz kennt diese Momente. Die Rheinhessen haben sich in dieser Saison oft aus eigener Dummheit in Bedrängnis gebracht – und sich dann mit einem Handshake aus dem Kreis der Krisenclubs verabschiedet. Jetzt sind sie angekommen. Nicht nur in der Tabelle, sondern im eigenen Selbstbild.
„Es ist ein historisches Spiel“, sagt Fischer. Er sagt es nicht wie ein Mann, der eine Pressekonferenz runterbetet. Er sagt es wie jemand, der weiß: So etwas kommt nicht wieder. Nicht in Mainz. Nicht so schnell.
Die 2.000 Mainzer Fans, die nächste Woche in Straßburg erwartet werden, haben ihre Karten schon. Die Grenze ist kein Hindernis, sondern eine Einladung. Die Stadt wird an diesem Abend nicht in Frankreich liegen, sondern in Rot-Weiß.
Und wenn der Schiri am Donnerstag pfeift, wird nicht nur ein Spiel beginnen. Es wird eine Erzählung. Über einen Verein, der nie ganz oben war, aber nie ganz weg. Über eine Stadt, die sich endlich erlauben darf, zu träumen. Und über eine Mannschaft, die beweist: Geschichte schreibt man nicht mit Sternchen in der Tabelle, sondern mit Nächten wie dieser.
