Magdeburg zittert vor paris: claar und magnusson fehlen – ein exil-held darf zurück

Die Krise trifft den Titelverteidiger zwei Stunden vor Anpfiff. Felix Claar und Omar Ingi Magnusson sitzen in der Kabine, statt auf der Platte – und plötzlich steht Manuel Zehnder wieder im Kader, nachdem er zuletzt nur die Tribüne kannte. Paris wartet, die Königsklasse droht, und Trainer Bennet Wiegert muss mit 15 statt 16 Akteuren antreten. Die Botschaft: Magdeburg spielt heute Abend mit halber Kapelle, aber vollem Risiko.

Warum wiegert gerade diese beiden duldet

Claar laboriert an einer Oberschenkelblessur, Magnusson an einer Schulter, die seit Wochen nicht richtig heilen will. Beide hätten sich durchspritzen lassen können, doch der medizinische Stab riet mit Blick auf das Viertelfinale ab. Das Duo absolvierte stattdessen nur ein Laufprogramm auf dem Rad, während die Mannschaft im Stadion einlief. Die Frage, die sich niemand traut laut zu stellen: Spielt Magdeburg in zwei Wochen überhaupt wieder in Bestbesetzung?

Die Antwort liegt im Verbandsspielplan. Gegen Hannover-Burgdorf wurde zuletzt noch geschont, jetzt zählt nur noch der Gruppensieg. Dafür muss Magdeburg gegen PSG gewinnen und gleichzeitig Barcelona einen Ausrutscher in Pelister erlauben. Die Wahrscheinlichkeit: 6,4 Prozent, laut Club-Statistiker. Genug, um noch einmal Vollgas zu geben, zu wenig, um Knochen zu riskieren.

Zehnders comeback ist mehr als symbolik

Zehnders comeback ist mehr als symbolik

Der 22-jährige Linksaußen war vor einem Monat aus dem Kader geflogen, weil sein Rückraum-Cover zu unkonstant war. Nun darf er gegen Nikola Karabatić und Mikkel Hansen ran. Wiegert will seine Tempowaffe, um PSG in den ersten zehn Minuten zu überraschen. Intern heißt es: Zehnder soll die erste Welle tragen, dann übernehmen Philipp Weber und Gísli Kristjánsson das Kommando. Eine taktische Glanznummer – oder ein Zahnrad, das springt.

Paris reist mit 16 Kräften an, darunter drei Torhüter. Trainer Stefan Madsen kann rotieren, während Magdeburg auf der Bank bereits die Plätze zwölffach besetzt sieht. Die Franzosen brauchen selbst einen Sieg, um Platz eins zu sichern. Das Duell wird zum Schach auf grünem Teppich: Wer zuerst blinzelt, verliert die Gruppenkontrolle.

Anpfiff ist um 20.45 Uhr, die Arena ist seit Tagen ausverkauft. Die Fans singen bereits auf den Rängen, die Mannschaft schwört sich im Tunnel ein. Magdeburg kann heute nicht nur einen Gruppensieg landen, sondern auch ein Signal an die Konkurrenz senden: Selbst angeschlagen sind wir gefährlich. Das Ergebnis wird live auf Sky und EHF TV übertragen – und in jedem Fall in die Geschichtsbücher eingehen, egal wie die Zahlen am Ende lauten.