Magdeburg zertrümmert melsungen 34:23 – der auswärtsfluch ist geschichte!

Der SC Magdeburg hat den Hexenkessel von Melsungen mit einem Kantersieg gesprengt. Nach 37 Monaten ohne Erfolg in der Nordhessen-Arena fegte der Tabellenführer die MT mit 34:23 davon – nur 48 Stunden nach dem 29:29 in Plock.

„Wir haben den bock umgestoßen“

Bennet Wiegert atmete tief durch. Der SCM-Trainer wusste: Dieser Sieg war mehr als zwei Punkte. „Wir haben uns hier die letzten Jahre extrem schwer getan und auch verdient verloren“, sagte der 44-Jährige. „Deswegen sind wir jetzt froh, den Bock umgestoßen zu haben.“ Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 21 Tore Vorsprung in der zweiten Hälfte, 59 % Torquote, nur drei technische Fehler.

Die Reise war anstrengend. Donnerstagabend landete die Mannschaft nach dem Champions-League-Krimi in Plock, Samstagmittag pfiff Schiri Zupan in Melsungen an. „Nach den Reisestrapazen war es sehr wichtig, hier so ein Gesicht zu zeigen“, bilanzierte Wiegert. Besonders die Deckung ließ keine Wünsche offen: „Was wir gerade in der Verteidigung gezeigt haben, war nah an der Perfektion.“

Felix claar: ein tag, an dem alles fiel

Felix claar: ein tag, an dem alles fiel

Der Schwede traf zwölfmal aus zwölf Versuchen. Kein Ball landete neben dem Kasten, kein Wurf wurde geblockt. „Das war definitiv ein guter Tag für mich“, sagte Claar mit einem verschmitzten Lächeln. „Ein wirklich wunderbarer Samstag.“ Der 29-Jährige erklärt die Dominanz der Gäste mit der Breite des Kaders: „Wir haben einfach den breiteren Kader und mehr Spieler, die in den entscheidenden Momenten abliefern können.“

Die MT versuchte mit 7- gegen 6-Angriffen Gegenwehr, doch die SCM-Abwehr um Oscar Bergendahl und Magnus Saugstrup schaltete fast jeden Ball um. „Die Jungs im Innenblock haben einen fantastischen Job gemacht“, lobte Claar. Statistik-Leckerbissen: Melsungen warf in 60 Minuten nur 23 Treffer – das zweitschlechteste Saisonergebnis der MT.

Barcelona kommt – und magdeburg dampft

Nächster Halt: Champions League. Am Donnerstag empfängt der SCM den FC Barcelona – den großen Kracher. „Wir müssen schnell wieder zu Kräften kommen“, fordert Wiegert. Die Elf-Tore-Differenz gegen Melsungen könnte psychologisch Gold wert sein: Selbstbewusstsein tanken, Rotation ermöglichen, Saisonziel Meisterschaft fest im Blick. Die Fans jedenfalls sind bereit: 6.800 Karten sind bereits weg, Restkontingent restlos vergriffen.

Für Melsungen dagegen wird es eng. Die personelle Lücke durch Verletzte bleibt, der Abstand zu den internationalen Plätzen wächst auf fünf Punkte. Trainer Heiner Brand sprach von „einem rabenschwarzen Tag“, doch die Wahrheit ist einfacher: Magdeburg war an diesem Nachmittag eine Klasse besser. Punkt. Aus. Ende des Fluchs.