Magdeburg stolpert wieder: sander redet sich um kopf und kragen

Der 1. FC Magdeburg schafft es einfach nicht, die Kurve zu kriegen. In Elversberg kassierte der Aufsteiger in der 86. Minute das 0:1, die sechste Pleite in sieben Spielen. Trainer Petrik Sander schickt seine Mannschaft mit dem Satz nach Hause: „Solche Spiele gewinnst du, wenn du oben stehst.“ Die bittere Wahrheit: Magdeburg steht unten – und droht erneut abzusteigen.

Sanders floskel wirkt wie hohn

Poreba traf, Magdeburg trauert. Sander spricht von „Kleinigkeiten“, die gefehlt hätten. Dabei war sein Team 45 Minuten lang auf Augenhöhe, ließ in der ersten Halbzeit zwei Hochkaräter liegen. Mateusz Zukowski vergab freistehend (22.), Dariusz Stalmach köpfte daneben. Die Elbestädter verpassten die Chance, den Tabellenzweiten zu ärgern – und sich selbst Luft zu verschaffen.

Die Statistik nagt an Magdeburg wie eine Ulzera: nur einer Sieg seit Weihnachten, 18 Gegentore in sieben Partien, Platz 17. Die Bilanz rückt bedrohlich nahe an jene des entlassenen Markus Fiedler heran, der nach sieben Niederlagen in acht Spielen seinen Hut nehmen musste. Sport-Geschäftsführer Otmar Schork beteuert vor laufender Kamera „Kontinuität“ und „Stabilität“. Doch die Sprüche wirken angesichts der Tabelle wie blanker Hohn.

Qualität fehlt vorne wie hinten

Qualität fehlt vorne wie hinten

Marcus Mathisen formuliert es so, wie es ist: „Wir hatten nicht die Qualität, hinten die Null zu halten und vorn ein Tor zu machen.“ Eine B-Note für den Auftritt? Makulatur. Denn Punkte bleiben aus, der Abstand zum rettenden Ufer beträgt fünf Zähler. Selbst Bielefeld schaffte am Freitag einen Punkt in Schalke, während Magdeburg wieder leer ausging.

Am Freitag kommt mit Darmstadt der nächste Hochkaräter. Sander spricht von „Mut“, doch der droht sich schnell in Verzweiflung zu verwandeln. Die Saison schrumpft auf wenige Wochen, in denen Magdeburg endlich Tore und Punkte liefern muss. Sonst wird Sanders Satz zur Märtyrer-Parole – und der FCM zur zweiten Liga zurückkehren, bevor sie sich richtig daran gewöhnt hat.