Magdeburg jagt triple-start auf glas: pokal-spektakel in köln droht
Köln wird zur Glaspalast-Arena. Der SC Magdeburg kann am Samstagabend (18.45 Uhr) gegen den Bergischen HC den ersten Schritt Richtung Triple machen – und das auf einem leuchtenden LED-Glasboden, der die Handball-Welt erstmals in einen 360-Grad-Showroom verwandelt. Für Bennet Wiegert ist das keine Nebensache. „Wir wollen alles gewinnen, aber der Pokal schlägt zurück, wenn du ihn nur anstarrst“, sagt der SCM-Coach.
Magdeburg vor duell mit dem tabellen-15.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Magdeburg kassierte in den letzten 47 Pflichtspielen nur eine Niederlage, die Liga hat das Team seit 92 Tagen nicht mehr geschlagen. Trotzdem warnt Wiegert vor dem Außenseiter aus Wuppertal. „Bergisch hat in der Rückrunde zwei Top-Fünf-Teams geärgert. Wenn wir einen Gang runterschalten, fliegen wir raus.“
Die personelle Lage ist komfortabel. Linkshänder Lukas Mertens meldete sich nach seiner Knie-Reizung rechtzeitig zurück, Kreisläufer Felix Claar trainierte voll durch. Nur Rechtsaußen Philipp Weber fehlt nach seiner Schulter-Operation weiterhin.

Füchse vor killer-spiel gegen lemgo
Bereits um 15.30 Uhr treffen die Füchse Berlin auf den TBV Lemgo Lippe – ein Gegner, der die Berliner am vergangenen Sonntag in der Liga an den Rand einer Niederlage brachte. Matthias Gidsel rettete mit seinem Buzzer-Beatertor den 34:33-Erfolg. „Wir kennen die Rezeptur von Lemgo: sieben gegen sechs, schnelle Würfe, null Respekt“, sagt Trainer Nikolej Krickau. Für den Dänen ist klar: „Wer hier denkt, dass die Tabelle zählt, verliert am Samstag mit fünf Toren.“
Florian Kehrmann, TBV-Coach und Ex-Nationalspieler, nimmt den Underdog-Status mit Humor. „Wir haben nichts zu verlieren – außer vielleicht ein paar Schuhböden auf dem Glas.“ Sein Ziel: „Halbfinale gewinnen, dann sehen wir weiter. 2020 haben wir den Pokal geholt, warum nicht 2026?“

Glasboden spaltet die gemüter
Der mobile LED-Boden, auf dem die Teams laufen, leuchtet zwischen den Spielen in Neonfarben und zeigt Clips, Statistiken sowie Sponsor-Content. Für die Verantwortlichen ein Marketing-Coup, für manchen Spieler ein Reizthema. „Der Boden rutscht minimal anders, der Ball springt einen Tick höher“, bemerkte O’Sullivan nach dem ersten Testlauf. Hanning lacht: „Wenn es nach uns ginge, würden wir auf Rasen spielen – Hauptsache, es gibt einen Pokal.“
Die 20.000 Tickets in der König-Pilsener-Arena sind restlos ausverkauft, die ARD überträgt beide Tage live. Die Quote des Vorjahres lag bei 2,34 Millionen Zuschauern – ein Wert, den die HBL diesmal locker toppen will.

Historie und prestige
Magdeburg gewann den Pokal dreimal, zuletzt 2024 nach Elfmeter-Krimi gegen Kiel. Die Füchse holten 2014 ihren einzigen Triumph, Lemgo wartet seit 2020 auf die nächste Riesen-Party. Für den Bergischen HC wäre schon der Einzug ins Finale ein Märchen – 2016 schied man gegen Magdeburg im Semifinale aus.
Die Siegprämie: 250.000 Euro für den Klub, plus Startgeld für die Super Globe im Oktober. Doch das Geld ist Nebensache. „Wenn du den Pokal hochstemmst, vergisst du jeden Muskelkater“, sagte Gidsel nach dem Training. Die Frage ist nur: Wer darf am Sonntag um 16.30 Uhr die zehn Kilo schwere „Tulpe“ in die Höhe reißen?
Magdeburg ist Topfavorit. Aber der Pokal hasst Favoriten. Und Glas kann brechen.
