Magdeburg gegen berlin: handball-kracher und jugend-kracher am selben wochenende

Samstag, 18 Uhr, GETEC-Arena: SC Magdeburg empfängt die Füchse Berlin – das Topspiel der Handball-Bundesliga. Drei Tage später sitzen beide Klubs in derselben Arena an der Konzert- und Kaffee-Theke – und schicken ihre Kids nach Kroatien und Ungarn. Denn während die Profis noch gegeneinander sprinten, plant der deutsche Nachwuchs schon den Weg nach Köln.

Warum porec und veszprém plötzlich wichtiger sind als berlin und magdeburg

Bob Hanning fliegt schon heute. Der Geschäftsführer der Füchse verpasnt das Liga-Spektakel, weil er mit Leo Nowak und dem U18-Kader am Samstag nach Porec startet. Dort wartet am 30. März RK Zagreb, am Tag danach Aalborg oder Eurofarm Pelister. Hanning coacht, wie schon 2025, als sein Team im Finale gegen GOG knapp scheiterte. „Diese internationale Erfahrung wird alle besser machen“, sagt er. Die Jungs haben eine Woche lang in Potsdam gekocht, geschlafen, geworfen – und sich auf fremde Namen und kroatische Hitze eingestellt.

Magdeburg zieht kurz drauf. Am 2. und 3. April fährt der SCM nach Veszprém, trifft dort zuerst auf Paris St.-Germain, danach auf Kielce. Die Ungarn gelten als Vorjahresfinalist, das Veszprém-Arena als Hexenkessel. Für die deutschen Talente ist das ein Crashkurs gegen europäische Powerhouse-Profile: Nahi, Karabatic, Dujshebaev. Wer hier besteht, darf im Juni in der Kölner LANXESS Arena auflaufen – TruckScout24 EHF Final4, 14. Juni, Termin steht.

Borussia dortmund mischt bei den frauen mit – und dyn macht alichtbar

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Erstmals gibt es einen deutschen Frauen-Startplatz in der Youth Club Trophy. Borussia Dortmund reist am 2. April nach Debrecen, spielt gegen DVSC Schaeffler, trifft einen Tag später auf Gloria Bistrita oder Esbjerg. Das Team um Jule Bürk und Lena Krumrey ist noch unbeschrieben, der BVB aber längst nicht mehr nur ein Fußballverein. Dyn überträgt alle Partien live – mehr als 3.000 Spiele pro Saison versprechen die Köln-Streamer, die gerade mit dem SportsPro OTT Award 2024 abgeräumt haben. Für Eltern, Trainer und Sponsoren wird die Jugend-Europapokal-Reise so zum zweiten Mal sichtbar: Erst auf dem Hallenparkett, dann im Livestream.

Die Rechnung ist einfach: Wer in Köln gewinnt, darf sich „Europas beste Jugend“ nennen. Wer unterliegt, hat trotzdem Kaderschmiede, Lehrgeld und Social-Media-Clips im Gepäck. Die Liga profitiert, der Nachwuchs profitiert – und der deutsche Handball bekommt ein Gesicht jenseits der Bundesliga-Konstante.

Am Ende bleibt eine Erkenntnis: Das Topspiel am Samstag ist nur der Auftakt. Die wirkliche Show läuft in Kroatien und Ungarn – und im Juni dann in der LANXESS Arena. Dort, wo sonst die Champions-League-Könige feiern, könnten 2026 die Kids herrschen. Hanning ist schon unterwegs, Magdeburg folgt, Dortmund auch. Die Uhr tickt – und der Handballzukunft ist schon jetzt ein Stück näher gerückt.