Madrid gegen city ohne mbappé: das bernabéu zittert vor dem showdown

Das Bernabéu hat schon größere Helden verloren, aber diesmal fehlt der Franzose mit dem Zehner auf dem Rücken: Kylian Mbappé bleibt in der Kabine, seine Knie wehren sich gegen Pep Guardiolas Angriffsmaschine. Real Madrid muss also ohne seinen 120-Millionen-Mann in die Runde der letzten Acht – und das gegen einen Gegner, der seit elf Pflichtspielen nicht mehr verlor.

Arbeloa schickt die galaktischen in den sündenfall

Arbeloa schickt die galaktischen in den sündenfall

„Es spielt keine Rolle, wer vor uns steht“, sagt Álvaro Arbeloa am Dienstagmittag im Medienraum. Der Interimscoach spricht schnell, als wolle er sich selbst überzeugen. Denn die Zahlen sprechen gegen sein Team: Zweimal Liga-Pleite in Serie, das passierte Real zuletzt 2018. Und nun dies: Mbappés Knie, ein Bänderriss Verdacht, die Ärzte verneinen sich. Sein Einsatz in der Rückrunde steht sogar in Frage.

Guardiola dagegen lacht. Er landet in Barajas mit einem Koffer voller Form. Manchester City schoss in den letzten drei Wochen zwölf Tore, kassierte eins. Erling Haaland trainierte freitags extra Schlenzer aus 13 Metern – die Statistik sagt, dass er gegen Madrid schon fünf Mal traf in nur vier Spielen. Kevin De Bruyne schickte vor dem Flug noch eine Sprachnachricht an seinen Berater: „Ich spiele mein bestes Fußball-Poker, seit ich 17 bin.“

Die Vorzeichen sind ein Déjà-Vu: 2023 verpasste Madrid im Etihad ein halbes Dutzend Chancen, verlor 0:4. Ein Jahr später revanchierte sich der Rekordsieger in der Play-off-Runde. Dieses Mal aber fehlt das Turbo-Talent, das die Verteidigung auseinanderreißt. Stattdessen wird Rodrygo auf die neun rutschen, Vinícius links deutlich früher starten müssen. Die Lücke ist 1,80 Meter groß und sprintet 38 km/h schnell – nur steht sie heute in Seidenstoff und nicht auf dem Rasen.

Um 21:00 Uhr ertönt die Hymne, das Stadion erbebt. 78 000 Menschen skandieren „¡Hala Madrid!“, wissen aber, dass die letzte Heimniederlage gegen City noch frisch ist. Die Wettquoten sind dennoch knapp: 2,30 für die Königlichen, 2,45 für die Gäste. Die Buchmacher trauen Madrid eine Emotions-Attacke zu, nicht aber eine dominante Leistung. Denn ohne Mbappé fehlt nicht nur die Klinik, sondern auch die Drohkulisse.

Am Ende zählt nur das Resultat. Und vielleicht eine Ironie: Wer Madrid ausschaltet, darf im Viertelfinale wieder nach Madrid – ins Metropolitano von Atlético. City winkt also ein doppeltes Stadtderby. Guardiola sagt vor den Kameras noch nichts, erlaubt sich nur ein verschmitztes Lächeln. Seine Jungs steigen in den Bus, Kopfhörer auf, Beats voller Bass. Die Antwort auf die Frage „Wer trifft statt Mbappé?“ lautet: Alle. Oder keiner. Das Bernabéu wird es verstehen, wenn der Schiri pfeift.