Luca zidane schlägt zurück: granada-torwart wird zur mauer – und muss nun selbst passen
Luca Zidane lacht nicht. Er spart sich die Spritzelei, dass sein Nachname mehr Aufmerksamkeit kriegt als seine Paraden. Gegen Real Sociedad B war er es leid, sich immer wieder unter Beweis stellen zu müssen – und machte es trotzdem. Drei Gänge links, ein Reflex, Schlag abgewehrt. Sekunden später: noch einer. Dann ein dritfer. Die Kurve in Zubieta verstummte, weil der Franzose mit algerischem Pass die Pläne des Gegners zerriß.
Der verpatzte sommer und wie er endlich endet
Die Saison begann mit einem Fragezeichen in riesiger Schrift. Astralaga, ein Jahr jünger, mit mehr Spielpraxis in Spanien, stand bereit. Zweimal saß Zidane. Dann kam die Afrika-Cup-Einberufung – für viele ein Durchbruch für seinen Konkurrenten. Doch Zidane kehrte nicht nur zurück, er kehrte besser zurück. Seit seinem Comeback kassierte Granada in fünf Partien nur zwei Gegentore. Die Quote: 0,4 pro Spiel. Das ist keine Momentaufnahme, das ist ein Trend.
Trainer Pacheta spricht nicht von „Konkurrenz“, sondern von „Qualitätssteigerung durch Druck“. Die Zahlen sprechen für sich: 28 Paraden in den letzten vier Ligaspielen, elf davon aus kurzer Distanz. Opta registriert eine erwartete Torgefahr von 4,9 – Zidane hielt fast alles. Gegen Andorra, Deportivo und Racing war er der Grund, warum drei Punkte am Ende drei Punkte blieben und nicht in einen Punkt zerbröselten.

Die nächste lücke klafft schon
Jetzt der Haken: die Niederlage gegen Huesca war eigentlich Plan A für den Klassenerhalt. Ohne Zidane. Argelien ruft erneut, zwei Testspiele, kein Diskussionsfenster. Wahrscheinlich verpasst er auch Las Palmas. Granada taumelt also in den entscheidenden Wochen ohne die einzige Konstante der Rückrunde. Die Lösung? Ersatzkeeper Toni Fuidias, 22, erst zweimal in der Profimannschaft, mit gerade einmal 71 Minuten Liga-Erfahrung.
Die Fans wittern Drama. Der Klub rechnet: bei vier Punkten aus den beiden Spielen wäre der 42-Punkte-Marathon so gut wie gelaufen. Die Frage ist nur, wer die Punkte hält, wenn derjenige, der zuletzt alles hielt, gerade nicht da ist.
Zidane selbst flog gestern Abend nach Algier. Kein Interview, keine Social-Media-Story. Nur ein Satz, den er hinterließ: „Wenn ich zurückkomme, stehen wir noch besser da.“ Granada hofft, dass er Recht behält – und dass die Mauer, die er aus sich baute, nicht in seinem Urlaubsgepäck verstaubt.
