Loida zabala entlässt die intensivstation: krebs-star kehrt zurück
Loida Zabala ist aus der Todeszone raus. Die 37-jährige Paralympics-Halterophilie liegt nicht mehr auf der Intensivstation des Hospital Ramón y Cajal in Madrid, sondern auf Normalstation – und das nur drei Tage nach der Sepsis, die ihren Körper kurz vor dem Kollaps brachte.
Ein duschen ist jetzt luxus
„Ich habe mega aufgeholt, keine Gefahr mehr“, sagt sie mit der Stimme einer Frau, die schon wieder lacht. Auf Instagram postet sie ein Video, Haare nass, Krankenhauspyjama, Strahlen statt Infektion. „Endlich wieder Dusche, richtiges Wasser auf der Haut, nicht nur diese warmen Waschhandschuhe aus der ITS.“ Ihre Mutter sitzt neben ihr, unverrückbar. „Die konnte niemand mehr stoppen.“
Der Wendepunkt kam schneller als befürchtet. Am Mittwochmorgen war sie mit 39 Grad Fieber und Kreislauf am Boden eingeliefert worden – Dehydrierung durch Erbrechen, Konstanten im Keller. „Ich dachte, ich muss nur kurz ins Krankenhaus, dann wieder raus“, erzählt sie. Stattdessen Sepsis, Blutdruck abstürzend, Notarzt-Team, Antibiotikum hochdosiert. „Die Ärzte nahmen meine Telefonnummer auf – für den Fall, dass ich es nicht schaffe.“
Keine Operation nötig. Die Infektion gab nach, das Fieber brach ein, das Herz schlug wieder stabil. Zabala spricht von „Kugeln ausweichen“, aber ihre Körpersprache sagt: ich tanze weiter.

Los angeles 2028 bleibt der plan
Der Krebs ist nicht besiegt. Seit Oktober 2023 tickt eine Bombe in ihrem Körper: neun Hirnmetastasen, Tumore in Lunge, Leber, Niere, Gallenblase, Stadium vier. Trotzdem hält sie an ihrem sechsten Paralympics-Start fest. „Ich will nach Los Angeles. Punkt.“ Ihre Medaillenkollektion – vier Diplome in fünf Spielen, Silber bei der EM vor 20 Tagen – ist ihr Arsenal gegen die Angst.
Sport ist ihre Chemotherapie. Training in kleinen Dosen, Gewichte statt Morphium. „Wenn ich die Hantel greife, spüre ich, dass ich lebe, nicht dass ich krank bin.“ Die Tumore schrumpfen nicht, aber ihr Wille schwillt. Sie hat schon einmal Geschichte geschrieben – jetzt schreibt sie Widerstand.
Am Montag beginnt das Aufbauprogramm: Atemgymnastik, leichte Mobilisierung, dann langsam wieder Eisen. Die Ärzte nennen es „remission on the edge“. Zabala nennt es „Training für das größte Meet meines Lebens“.
Sie wird nicht fragen, ob sie es schafft. Sie wird fragen, wie viele Kilo sie stemmen kann, wenn das nächste Fieber kommt. Und dann wird sie wieder auf die Matte treten, mit oder ohne Tumore. Die Hantel wartet, und mit ihr die nächste Kugel.
