Taibel schlägt zurück: lakers drehen viertelfinal-serie gegen fribourg
45 Minuten lang tobte das BCF-Arena, dann herrschte Schweigen. Jonas Taibel lenkte einen harmlos wirkenden Schuss von Mika Henauer ab, der Puck schlug unhaltbar im Fribourg-Tor ein – 2:1 für die SC Rapperswil-Jona Lakers, 3:2 in der Serie. Der Auswärtssieg schmeckt nach Meisterwürze, während die Gottéron-Stars sich selbst die Schuld in Rechnung stellen.

Julien sprunger sieht die wahrheit: powerplay versagt, serie droht
„Wir hatten fünf Überzahlen, wir hatten 13 Minuten mehr auf dem Eis, und wir kriegen keinen Puck rein“, sagt der Captain mit rauer Stimme. Die Statistik lügt nicht: 0 von 5 in Überzahl, 28 Schüsse, nur ein Tor. „Am Ende bezahlen wir die Rechnung für Nervosität und schlechte Chancenverwertung.“ Dabei begann alles so druckvoll. Fribourg jagte, Rapperswil stand tief, doch jedes Mal, wenn Gottéron Gas gab, rutschte die Scheibe vom Stock.
Das lag auch an der Defensive der Lakers. Trainer Rikard Grönborg stellte um: statt 1-3-1 setzte er ein aggressives 1-1-3, das die blauen Linien dicht machte. Vor allem Henauer und Taibel arbeiteten als Doppel-Schirm, die Centre lauerten auf Konter. „Wir haben heute gezeigt, dass wir nicht nur Talent, sondern auch Charakter haben“, sagt Taibel. „Wir wollten diesen Sieg mehr.“
Die Zahlen dahinter: Rapperswil gewann 58 % der Bullys, blockierte 19 Schüsse und limitierte Fribourg auf gerade einmal 0,83 erwartete Tore (xG) in Überzahl. Das ist Playoff-Effizienz, keine Zauberei. „Wer in der Postseason 13 Minuten Powerplay spielt und nicht trifft, der fliegt raus“, sagt Sprunger. „Punkt.“
Für Fribourg wird es eng. Spiel 6 findet am Freitag in Rapperswil statt, wo die Lakers in dieser Serie bereits 4:1 gewannen. Die Gottéron-Fans reisen mit, aber die Heimkulisse ist ohrenbetäubend. „Wir haben in der Saison schon auswärts gewonnen, wir können das“, verspricht Sprunger. Die Frage ist nur: schaffen sie es zweimal hintereinander? Denn wenn die Serie zurück in die Romandie geht, liegt der psychologische Vorteil wieder bei den Stadt am Zürichsee.
Die Lakers hingegen wollen vor eigenem Publikend den Sack zumachen. Goalie Leonardo Genoni zeigte in Spiel 5 eine Fangquote von 94,1 %, die dritte Linie um Taibel trägt 60 % der erzielten Playoff-Tore. „Wir sind hungrig, aber nicht satt“, sagt Taibel. „Noch zwei Siege bis zum Halbfinale – das reicht als Motivation.“
Die Uhr tickt. Fribourg muss sich bis Freitag erholen, sonst heißt es bald: Sommerurlaub statt Finaltag. Die Lakers dagegen riechen Blut. Und Taibel? Der wartet schon auf den nächsten Abpraller.
