Loftus-cheek spielt schon gegen napoli – maske statt monate pause

Ruben Loftus-Cheekwird die AC Milan am Sonntag im Maradona-Stadionverstärken. Der 29-Jährige hat seine Kiefer-Fraktur im Rekordtempo überwunden und reist trotz Operation Ende Februar mit der Mannschaft nach Neapel.

Das bestätigte Massimiliano Allegri nach der ersten Trainingseinheit in Milanello. „Er bekommt eine Carbon-Maske, ist schmerzfrei und voll belastbar“, sagte der Coach. „Ruben hämmert schon wieder im Gym – ein Tier.“

Die maske kommt aus dem flugzeugzulieferer-werk

Der Schutz wurde über Nacht in Torino gefertigt – Leichtbau, Atemkanäle, stoßdämpfend. Teamarzt Stefano Scanavino ließ die Passform per 3-D-Scan anpassen. Ergebnis: 78 Gramm, kaum dicker als ein Brillengestell. Loftus-Cheek trug sie bereits beim ersten Kontakttraining, ohne zu zögern.

Für Allegri ist das ein Glücksfall. Mit Rafa Leão weiter auf der Reha-Bank und Mattia Gabbia nach Leisten-OP noch im Aufbau, fehlten Mitläufer im Mittelfeld. Der Engländer bringt die nötige Box-to-Box-Power, um Scott McTominay und Anguissa aus deren Rhythmus zu werfen.

Restprogramm ohne fahrplan-pause

Restprogramm ohne fahrplan-pause

Nach Neapel folgen neun Pflichtspiele in 33 Tagen, bis zur letzten Serie-A-Runde in Florenz. Allegri setzte deshalb auf Micro-Zyklen: dreimal 72-Stunden-Regeneration, einmal Powereinheit, einmal Taktik-Video. Samstag trainiert die Mannschaft bereits um 10:30 Uhr, um den Spieltag-Takt-Rhythmus zu simulieren.

Maignan, Rabiot, Pavlovic und Odogu meldeten sich heute frisch aus der Nationalmannschaft zurück. Für sie gibt es kein Laziness-Programm: sofort Laktattest und GPS-Gürtel. Wer unter 90 % der Vorbild-Werte liegt, fliegt raus aus der Start-Elf gegen Napoli.

Allegri macht keinen Hehl daraus: „Wir brauchen sieben Punkte Vorsprung auf die Fünftplatzierten, sonst wird die Champions League zur Lotterie.“ Die Rechnung ist simpel: Sieg in Neapel = +3, dann reicht ein Remis im direkten Duell mit Roma am 15. Mai.

Loftus-Cheek selbst schwärmt von „einer zweiten Saison“ in seinem Kopf. „Die Maske erinnert mich an Batman, aber das ist kein Kostüm, sondern Kriegsbemalung. Ich will in jedem Zweikampf der Erste sein.“ Seine Statistik spricht für ihn: Vor der Verletzung 3 Tore, 5 Vorlagen in 21 Partien – Milan holte mit ihm auf dem Platz 2,1 Punkte pro Spiel, ohne ihn nur 1,3.

Wenn die Sirenen im San Paolo ertönen, steht er bereit. Mit Maske, ohne Angst. Und mit dem Wissen, dass ein einziger Kopfballtreffer den Meistertraum Napolis in Scherben schlagen kann. Die Maske bleibt, die Punkte müssen nach Mailand – das ist das Kommando von Allegri. Schluss, Aus, Ende der Geduld.