Locatelli versenkt elfmeter – bakolas debüt wird zur geduldsprobe

Der Traum vom perfekten Start zerbarst spätestens in der 78. Minute, als Manuel Locatelli den Lederball nicht ins Netz, sondern ins Nirgendwo jagte. Was folgte, war kein klassischer Krimi, sondern ein Ritt auf der Rasierklinge: Juve blieb drin, aber die Wunde klafft.

Die zahlen, die sarri nicht schönreden kann

Die zahlen, die sarri nicht schönreden kann

0,79 xG aus dem Spiel heraus – das ist kein Ausrutscher, das ist ein System. Und es ist der dritte Auswärtsauftritt in Serie, in dem die Vecchia Signora unter 1,0 landet. Bakola, 19, eingewechselt für 23 Minuten, durfte gleich die Bude aufräumen: 11 Ballverluste, kein Zweikampf über 55 Prozent gewonnen. Debüt? Eher ein Schnellkurs darin, wie schnell die Serie A beißen kann.

Locatelli selbst hatte vor dem Elfmeter noch 93 Prozent Passquote, aber in der entscheidenden Szene zitterte das rechte Bein. Sein Schuss war kein Schuss – es war ein Stottern. Die Kurve zeigt: Seit November hat der Mittelfeldstratege fünf der letzten sieben Elfmeter nicht verwandelt, zwei im Training, drei im Spiel. Die Statistik frisst Selbstvertrauen.

Was bleibt, ist das Tableau eines Trainers, der weiß, dass seine Mannschaft zwar punktet, aber nicht überzeugt. Sarri sprach von „Kontrolle“, aber die einzige Konstante ist die Kontrolle über die Lautstärke seiner eigenen Stimme in der Kabine. Die Meisterschaft ist noch zu haben, das sagt die Tabelle. Doch die Tabelle lügt nicht – und sie erzählt auch von einem Juve, das sich selbst beim Laufen zuschaut.