Llorente platzt der kragen: «trifft mich ein zug, pfeift keiner – und ich bin’s, der sitzenbleibt»
Marcos Llorente hat sich in Boadilla del Monte nicht mehr geholfen. 24 Stunden nach dem Clásico-Frust sprach der Atlético-Profil vom „Zug, der mich traf“, meinte Carvajals umstrittene Grätsche an der Strafraumgrenze und den Schiedsrichter, der „wegguckt“. Dabei wollte er eigentlich nur ein paar Bälle für den guten Zweck schlagen – und kassierte prompt das fünfte Gelb. Jetzt fehlt er gegen Barcelona.
Die Szene lief in Sekunden ab. Llorente zog aus 16 Metern ab, Carvajal warf sich quer, berührte den Spanier klar am Standfuß. Jesús Gil Manzano schaute nicht einmal hin, VAR-Chef Undiano Mallenco blätterte keine Bilder auf. Gelb für Llorente gab’s trotzdem – wegen Reklamierens.
«Wenn der var auch nichts sieht, brauche ich nicht zu beten»
„Ich hab den Kontakt erst im Nacht-Loop gemerkt“, sagte Llorente beim Charity-Turnier der Fundación Xana. „Auf dem Platz dachte ich nur: Warum fliegt der Ball nicht? Dann kam der Schiri und zeigte mir Gelb. Fertig.“ Er habe die Bilder später gesehen – und festgestellt: „Wenn der Stürmer schon abgezogen hat, darf man ihn offenbar wegtreten. Kein Handshake nötig, oder?“
Atlético reichte Protest ein, die Kameras zeigten den Tritt, das Ligger-Team bestätigte aber die Entscheidung. Llorente zuckt nur mit den Schultern: „Es gibt einen Mann mit Pfeife. Wenn der sagt, Weitermachen, dann machen wir weiter. Meckern kostet nur die Gelbe und bringt nichts.“

Produkt fußball: spieler wird zum ersatzteil
Dass er nun das Topspiel gegen Barça aussetzen muss, schmerzt den 29-Jährigen zusätzlich. „Wir sind ein Produkt, klar. Wer nicht mitspielen will, soll rausgehen“, erklärte er lapidar. Die Aussage trifft mitten in die Debatte um engere Terminlisten und Spielermüdung, die LaLiga nach dem Winter-Weltcup neu entfacht hat. Llorente sieht sich selbst in der Pflicht: „Ich kann mich nicht beschweren. Ich weiß, worauf ich mich einlasse.“
Die Lösung? „Keine Ahnung. Vielleicht mal zwei Stunden länger schlafen, vielleicht einfach die Zähne zusammenbeißen.“

Nationalteam statt clinics: umstellung schon im flieger
Dennoch lässt er sich nicht unterkriegen. Am Mittwoch fliegt er mit der spanischen Auswahl nach Cádiz, testet gegen Serbien (Montag) und Ägypten (Donnerstag). „Ich hab den Schalter umgelegt, bevor der Schiri pfeift – beim Golf heute Morgen schon“, scherzte er. „Neue Woche, neues Glück. Vielleicht pfeift der nächste Schiri ja mein Foul.“
Die Wahrscheinlichkeit steigt, wenn er erst mal wieder auf dem Platz steht. Gegen Barça muss er zuschauen, dafür aber mit der Roja Gas geben. Llorente zieht Bilanz: „Eine Gelb, ein gesperrtes Spiel, ein Charity-Event – und trotzdem bin ich der, der am Ende grinst. Weil ich weiß: Der Zroll kommt zurück, und dann bin ich mittendrin statt nur dabei.“
