Liverani raus, toscano weg – c-serie spuckt trainer aus wie nie

Die dritte italienische Liga hat wieder zugeschlagen. Nach 90 Minuten in Pesaro stehen zwei Vereine ohne Chefcoach da. Fabio Liverani muss Ternana verlassen, Mimmo Toscano wird in Catania ausradiert. Die Nachspielzeit beginnt auf dem Arbeitsamt.

Ternana trennt sich nach pesaro-pleite

Ein Tor reichte. Ein einziges. Danach saß der ehemalige Lecce-Coach bereits auf der warmen Bank, während seine Spieler noch auf dem Rasen standen. Die 0:1-Niederlage bei Vis Pesaro war nicht nur ein Rückschlag im Kampf um die Aufstiegsplätze – sie war das Ende. Die Vereinsbosse zogen die Reißleine, bevor der Frühling richtig beginnt. Liverani, im vergangenen April zurückgeholt, um den verpassten Klassenerhalt zu sühnen, verabschiedet sich mit 42 Punkten aus 30 Spielen. Rang acht im Girone B. Zu wenig für einen Klub, der sich die Serie B auf die Fahnen geschrieben hat.

Die Nachfolge regelt intern: Pasquale Fazio, bisher U-17-Trainer, übernimmt das Ruder. Kein externer Retter, sondern ein Lehrmeister der eigenen Akademie. Das spart Geld, signalisiert aber auch: Wir glauben nicht mehr an den großen Wurf in dieser Saison. Die nächste Hürde: Sambenedettese, Tabellendritter von unten, am Sonntag im Liberati-Stadion. Ein Sechs-Punkte-Spiel für beide Seiten – nur mit vertauschten Rollen.

Catania setzt auf viali – toscano darf gehen

Catania setzt auf viali – toscano darf gehen

Während in Umbrien ein Trainer gehen musste, denkt man in Sizilien bereits an den Aufstieg. Mimmo Toscano, trotz Platz zwei im Girone C, ist Geschichte. Begründung: Stagnierende Leistung trotz Top-Kader. Die Lösung heißt William Viali, Ex-Reggiana-Coach und Meister der 3. Liga 2023. Für ihn ist Catania der Luxusjob: eine Mannschaft voller Individualität, ein Stadion, das bebt, und ein Verein, der endlich wieder in die Serie B will. Viali hat 13 Spiele Zeit, um die Meisterschaft zu sichern. Kein Spielraum für Niederlagen.

Die C-Serie wird zur Schleuder. Seit Jahresbeginn sind bereits zwölf Trainer gegangen. Jede Woche ein Abschied, jedes Wochenende ein neuer Gesichtsloser an der Seitenlinie. Die Liga lebt von der Unberechenbarkeit – und leidet unter der Instabilität. Für die Fans ist jedes Heimspiel ein Neuanfang, für die Vereine ein Zocker-Poker mit der eigenen Zukunft.

Ternana und Catania stehen exemplarisch für zwei Philosophien: Krisenmodus gegen Titeldruck. Beide Klubs haben gewechselt, beide wissen: Wer jetzt stolpert, verliert mehr als nur drei Punkte. Die Saison ist längst zur Geduldsprobe geworden. Die nächsten 90 Minuten entscheiden, ob der Trainerwechsel Geniestreich oder Fehlgriff war. Die Uhr tickt – und die Serie C macht kein Geschenk.