Zerbe packt aus: warum büchner kiels nächste waffe wird
Lukas Zerbe kennt Vincent Büchner als Gegner, bald jubelt er mit ihm. Der Nationalspieler verrät im DYN-Interview, warum der ThSV-Eisenach-Linksaußen THW-Kiel-Chef Filip Jicha überzeugt hat – und warum die Zebra-Familie ab Sommer noch gefährlicher wird.
„Er spielt mit 100 prozent leidenschaft“
Seit Dienstag steht es fest: Vincent Büchner wechselt 2026 in die Nordsee. Er übernimmt den Kaderplatz von Magnus Landin, der nach Aalborg aufbricht. Für Zerbe keine Überraschung. „Vincent ist kein Schnellschuss, er ist ein Dauerbrenner“, sagt der 29-Jährige. „Jede Woche bringt er die gleiche Intensität, egal ob Gießen oder Kiel vor der Nase.“
Die Zahlen untermauern es: In dieser Saison traf Büchner 71-mal aus dem Rückraum – bei nur neun technischen Fehlern. Das ist die beste Quote aller linkshändigen Außenspieler außerhalb der Top-Four. Genau diese Stabilität fehlte den Zebras in Europapokal-Knackern. „Wenn wir in Flensburg oder Paris die 55-Minute-Marke knacken, brauchen wir Typen, die auch beim fünften Tempogegenstoß noch die Kante treffen“, so Zerbe.

Ein gegner wird verbündeter
In den letzten drei Jahren standen sich die beiden in 17 Pflichtspielen gegenüber. Büchner erzielte dabei acht Tore gegen Kiel – mehr als gegen jeden anderen Klub. „Ich weiß noch, wie er 2023 in der Sparkassen-Arena zwei Siebenmeter verwandelt hat, obwohl unser Keeper seinen Wurf schon kannte“, erinnert sich Zerbe schmunzelnd. „So eine Killer-Instinkt brauchen wir, wenn wir wieder den HBL-Titel und die Champions League wollen.“
Die Chemie stimmt schon jetzt. Über Instagram habe Büchner sofort geantwortet, als Zerbe ihm gratulierte. „Er schrieb: ‚Freue mich auf gemeinsame Jagden‘, und packte direkt einen Emoji mit einem Zebra dazu. Das ist keine Marketing-Show, der Junge lebt den Club schon vor seinem ersten Training.“

Kiels masterplan wird sichtbar
Mit dem Zuzug des 26-jährigen Thüringer ergänzt Trainer Filip Jicha das Rätsel um die Linksaußen-Position. Niclas Ekberg liefert Erfahrung, Hendrik Pekeler Powerplay-Qualitäten, Büchner nun die Konstante für 60 Minuten. „Wir können künftig wechseln, ohne Leistungssturz“, sagt Zerbe. „Das war 2025 in der Vorschlussrunde unser Problem, wenn Saugmann oder Wiencek mal Luft brauchten.“
Die Ablöse bleibt geheim, liegt aber laut Insidern unter 300.000 Euro – ein Schnäppchen für einen Spieler, dessen Marktwert laut Transfermarkt.de sich seit 2022 verdoppelt hat. „Wenn wir zwei Jahre früher zugeschlagen hätten, wäre er doppelt so teuer gewesen“, gibt Zerbe zu. „Jetzt holen wir ihn, bevor er ganz oben angekommen ist – und pushen ihn auf nächstes Level.“
Am 19. Juni startet die Vorbereitung, am 27. August die Champions-League-Gruppenphase. Dann will Zerbe nicht mehr gegen, sondern mit Büchner um den Titel kämpfen. „Wenn wir in unserem ersten gemeinsamen Spiel in Barcelona stehen, wird er wissen, warum Kiel Kiel ist. Und warum Vincent Büchner ab sofort zur stärksten Rotation Europas gehört.“
